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[Bildunterschrift: Der Dalai Lama nach seinem Treffen mit Präsident Bush ]
Trotz scharfer Proteste aus Peking hat sich US-Präsident George W. Bush in Washington mit dem Dalai Lama getroffen. Die Begegnung fand in Bushs Privaträumen im Weißen Haus statt, um den privaten Charakter des Besuchs zu unterstreichen.
Morgen soll der Dalai Lama, der das religiöse Oberhaupt der Tibeter ist, bei einer offiziellen Feierstunde im Kongress die Goldmedaille des Parlamentes erhalten. Dabei soll er mit dem höchsten Zivilorden des Kongresses für seine "herausragenden Beiträge zum Frieden, zur Gewaltfreiheit sowie für Menschenrechte und religiöse Verständigung" geehrt werden. An der Zeremonie will Bush teilnehmen.
Peking hatte Bush vor dem Empfang scharf kritisiert. Das Treffen stelle einen Verstoß gegen die grundlegenden Regeln der internationalen Beziehungen dar und verletzte "die Gefühle der Chinesen", sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Die Beziehungen beider Länder würden so schwer belastet. "Wir fordern die USA ausdrücklich dazu auf, den Fehler zu korrigieren, die betreffenden Arrangements abzusagen und sich nicht mehr in die internen Angelegenheiten Chinas einzumischen", so der Außenministeriumssprecher weiter.
Ein in Berlin geplantes Beamtentreffen über das iranische Atomprogramm sagte China inzwischen ab. Offiziell gibt es "technische Gründe" dafür. An den Gespräche sollten ranghohe politische Vertretern Chinas, Russlands, Frankreichs, Großbritanniens und der USA teilnehmen.
[Bildunterschrift: Merkel mit dem Dalai Lama und Hessens Ministerpräsident Koch im Kanzleramt. ]
Bush hat den Dalai Lama schon drei Mal im Weißen Haus empfangen, zuletzt im November 2005. Der Dalai Lama gilt als Symbolfigur des tibetischen Widerstands gegen die Besetzung seiner Heimat. China, das das Land 1950 annektierte, betrachtet ihn als Separatisten und kritisiert daher seine Treffen mit ausländischen Politikern.
Bereits im vergangenen Monat hatte China aus Verärgerung über den Empfang des Dalai Lamas durch Bundeskanzlerin Angela Merkel den für Dezember geplanten Menschenrechtsdialog sowie andere Termine mit deutschen Vertretern abgesagt. Deutschland appellierte an China, die ausgesetzten Gespräche wieder aufzunehmen.
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