Kanzlerin Merkel auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi. | Bildquelle: AFP

Chinas Präsident in Berlin Menschenrechte zwischen Business und Pandas

Stand: 05.07.2017 14:15 Uhr

Wirtschaft, Handel, Finanzen: Diese Themen haben das Treffen zwischen Chinas Staatspräsident Xi und Kanzlerin Merkel in Berlin dominiert. Auch der G20-Gipfel wurde vorbereitet. Zu Menschenrechten äußerte sich Merkel nur kurz. Viel Aufmerksamkeit bekommen indes zwei Pandas.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von China einen besseren Marktzugang für deutsche Unternehmen verlangt. Sie habe im Gespräch mit Staatspräsident Xi Jinping deutlich gemacht, dass Deutschland von China "gleichberechtigt behandelt werden" wolle und beide Länder einander einen "Marktzugang ermöglichen" müssten, sagte die Kanzlerin nach dem Treffen in Berlin. "Das ist für unsere Unternehmen sehr, sehr wichtig."

Xi betonte seinerseits, auch sein Land strebe eine bessere Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Finanzwesen an. Die Beziehungen beider Länder seien auf einem "Spitzenniveau". China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Beide Länder machten im vergangenen Jahr Geschäfte im Umfang von knapp 170 Milliarden Euro. Allerdings gab es zuletzt Spannungen - Berlin und Peking warfen sich gegenseitig Investitionshindernisse vor.

Xi Jinping in Berlin
tagesschau 16:00 Uhr, 05.07.2017, Julia Krittian, ARD Berlin

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G20-Troika berät sich

Neben wirtschaftlichen Belangen standen auch außenpolitische Themen auf der Agenda - wie etwa die Lage auf der koreanischen Halbinsel nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas und die Rolle der Vereinten Nationen. Zudem äußerte Merkel den Willen zur Weiterführung des Menschenrechtsdialogs. "Den müssen wir aus meiner Sicht auch fortsetzen und schauen, dass sich die unterschiedlichen Bereiche der Gesellschaft gut artikulieren können", sagte die Kanzlerin.

Später bereitete Merkel gemeinsam mit Xi den G20-Gipfel in Hamburg vor. Das Gastgeberland - in diesem Fall Deutschland - arbeitet stets eng mit dem vorhergehenden und dem nachfolgenden Gipfelausrichter zusammen, um die Kontinuität der Themen zu gewährleisten. In aktuellen Fall sind das China und Argentinien - von Merkel Troika genannt. "20 Staaten zusammen zu bringen in all ihren Entwicklungen und ihren Vorstellungen, ist nicht ganz einfach, aber die Troika arbeitet eng zusammen", sagte Merkel im Kanzleramt. Sie hoffe, "manche Klippe noch überwinden" zu können. Xi sicherte Merkel Unterstützung zu, damit der Gipfel in Hamburg positive Fortschritte machen könne.

Pandas als "Botschafter der Freundschaft"

Wenn die politischen Dinge geklärt sind, wollen Merkel und Xi am Nachmittag gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller den Berliner Zoo besuchen. Dort leben seit anderthalb Wochen zwei von China an Deutschland verliehene Pandabären. "Ich bin überzeugt, dass die beiden Botschafter unserer Freundschaft werden", sagte Xi. Er und Merkel wollen die Bären namens Meng Meng und Jiao Qing im Zoo offiziell willkommen heißen. Ab Donnerstag sind die beiden Pandas dann auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Zoo veranstaltet eigens ein dreitägiges Fest, das die Kultur und Geschichte Chinas zelebriert.

Demonstranten vor dem Berliner Zoo protestieren gegen die "Panda-Politik" der Bundesregierung mit China. | Bildquelle: REUTERS
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Pandas statt Menschenrechte: Demonstranten vor dem Berliner Zoo protestieren gegen die "Panda-Politik" der Bundesregierung mit China.

Merkel trifft Xi in Berlin
C. Prössl, ARD Berlin
05.07.2017 14:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 05. Juli 2017 die tagesschau um 14:00 Uhr und NDR Info um 14:15 Uhr.

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