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Die Universität Bonn entzieht dem FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis den Doktorgrad. Dies teilte die Hochschule nach mehrwöchiger Überprüfung der Plagiatsvorwürfe gegen den Europaabgeordneten mit. In der Dissertation hätten die Prüfer in zahlreichen Fällen aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen gefunden, die nicht als wörtliche Übernahmen gekennzeichnet waren, erklärte die Universität zur Begründung.
[Bildunterschrift: Plagiat nachgewiesen: der FDP-Politiker Jorgos Chatzimarkakis ]
Chatzimarkakis habe Texte anderer Autoren eingefügt, deren Anfang und Ende jedoch nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Lediglich am Ende der Passagen habe er in einer Fußnote die Belegstelle genannt. Das sei unzureichend und verletze die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. Die Kommission stellte fest, dass mehr als die Hälfte des Textes aus fremden Federn stammt. Das genüge nicht den Anforderungen an eine Doktorarbeit, sagte der Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Bonn, Prof. Günther Schulz. Er bedauerte den Plagiatsfall. "Wir werden verstärkte Anstrengungen unternehmen, um solche Machenschaften künftig zu verhindern."
In einer ersten Erklärung von Chatzimarkakis hieß es, die Entscheidung sei sehr bitter für ihn. Mit Erleichterung nehme er zur Kenntnis, dass die Universität Bonn keine Täuschungsabsicht sehe. Zuvor hatte der 45-jährige Deutsch-Grieche angekündigt, notfalls eine zweite Dissertation schreiben zu wollen.
Die Plagiatsvorwürfe hatte er immer bestritten. Für seine politikwissenschaftliche Doktorarbeit gelte: "Keine Stelle ohne Quelle." Kein einziger Text sei aus einem Werk übernommen worden, das nicht in einer Fußnote oder im Literaturverzeichnis auftauche. Er räumte aber ein, dass seine Zitierweise vielleicht missverständlich war. Doch diese methodische Schwäche sei bereits bei der Prüfung seiner Dissertation benannt und bei der Notengebung berücksichtigt worden.
Chatzimarkakis hatte für die im Jahr 2000 vorgelegte Arbeit die Note "Drei" erhalten. Die Dissertation trägt den Titel "Informationeller Globalismus: Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des elektronischen Geschäftsverkehrs".
Chatzimarkakis ist nicht er erste Politiker, dem Plagiate in ihren wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen worden ist: Zuletzt waren dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin die Doktorwürde entzogen worden. Zuletzt geriet auch Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck.
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