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29.05.2012

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Inland
"Berliner Kreis" der CDU sucht konservative Seele der Partei
CDU-Generalsekretär Gröhe trifft "Berliner Kreis"

Auf der Suche nach der konservativen Seele der CDU

In der CDU rumort es - wieder einmal formiert sich eine Gruppe Konservativer, um der Partei mehr Kontur zu verpassen. Doch aus der Deckung wagt sich der "Berliner Kreis" bislang nicht. Er wird aber gehört: Heute geht es zum Rapport in die Parteizentrale.

Von Birgit Wentzien, SWR, ARD-Hauptstadtstudio

CDU Hauptzentrale: Konrad-Adenauer-Haus in Berlin (Foto: ARD-aktuell) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der "Berliner Kreis" ist heute ins Konrad-Adenauer-Haus geladen. ]
Erinnern Sie sich noch an Stefan Mappus? Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident ist inzwischen nach Auskunft jüngerer CDUler im Südwesten verschwunden in der Steinzeit. Mappus war auch einmal unterwegs: "Es gibt Dinge im Leben, die muss man angehen, wenn sie anliegen, und zwar ohne größere Zeitverzögerung", hatte er erklärt. Er traf sich mit Gleichgesinnten in Berlin, schrieb ein Manifest und tauchte dann wieder ab.

Diesmal aber soll es klappen. Diesmal soll gelingen, was so oft in den vergangenen Jahren immer wieder großartig angekündigt wurde und dann relativ großartig scheiterte. Die Konservativen formieren sich in der CDU - wieder einmal. Der sogenannte Berliner Kreis macht sich auf die Suche mindestens nach der Seele der Partei. Der CDU-Altvordere Jörg Schönbohm sagt dazu: "Was fehlt, ist etwas Begeisterung. Eine Partei hat eine Seele. Sie möchte wissen, wofür wir eigentlich auf die Straße gehen. Und das ist nicht mehr erkennbar."

Audio: Zum Rapport in der CDU-Zentrale: Der "Berliner Kreis"

AudioBirgit Wentzien (SWR), ARD Berlin 07.02.2012 09:15 | 3'39
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Eine gemischte Truppe

Volker Bouffier und Christean Wagner (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Sie hegen Sympathien für den "Berliner Kreis": Volker Bouffier und Christean Wagner. ]
Die Gruppe, die sich jetzt zum Kreis zusammengefunden hat, ist eine gemischte Truppe: Jüngere Parlamentarier gehören ihr an wie Thomas Bareiß und Gitta Connemann. Und es gibt Sympathisanten des "Berliner Kreises" wie Hessens Regierungschef Volker Bouffier, den Bundesvize der CDU: "Ich unterstütze ausdrücklich jeden, der sich um die Frage müht, wie wir unsere Stammwähler halten und neue hinzugewinnen können. Das ist eine Kernaufgabe, die jede Partei erledigen muss", erklärt Bouffier. Er fügt aber hinzu: "Soweit daraus abgeleitet wird, dass eine neue Parteiorganisation oder was auch immer entstehen muss, darf ich Ihnen sagen, das wird es mit mir nicht geben."

Auch der CDU-Landeschef Christean Wagner aus Hessen gehört zum Berliner Kreis. Er pflichtet Bouffier bei. "Wir werden uns in guter Eintracht mit Generalsekretär Hermann Gröhe unterhalten."

Der Besuch in der Parteizentrale: ein Ritterschlag

Gröhe Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Generalsekretär Gröhe empfängt die konservativen CDUler in der Parteizentrale. ]
Die Einladung des Kreises in die CDU-Zentrale ist für manchen Konservativen so etwas wie ein Ritterschlag. Dass der CDU-Generalsekretär den Kreis zum Gespräch empfängt, ehrt die Geladenen. Von einem Rapport in der CDU-Zentrale will Gröhe nicht sprechen: "Über Ideen diskutieren wir gerne. Das geht am besten, je konkreter sie vorgetragen werden. Das allgemeine Einfordern konservativer Positionen ist zunächst nur eine Überschrift, leichter wird es darüber zu diskutieren, wenn alle Beteiligten sagen, was sie dazu denken."

Nur das genau ist das Problem. Keiner weiß, was der Kreis denn nun will. Angeblich gibt es schon ein Gründungsmanifest. Was darin steht, ist offen. Mehr als die altbekannte Kritik an der Konturlosigkeit der Partei, an den vielen unbequemen Kehrtwenden beim Atom, bei der Wehrpflicht und in der Schulpolitik? Antworten darauf werden nicht gegeben.

Dieses Mal soll es klappen

Zu hören ist nur so viel: Diesmal soll es klappen, diesmal soll es nicht wie bei manchem Versuch zuvor schon im Ansatz scheitern. Diesmal soll aus dem Kreis eine wirkliche Parteibewegung werden. Und keinesfalls eine neue Partei, betont Wolfgang Bosbach: "Dort ist zu keinem Zeiptunkt auch nur ein Satz gesagt worden, mit dem die CDU als Partei oder die CDU-Führung Schwierigkeiten haben könnte, ganz im Gegenteil. Alle, die dort miteinander diskutiert haben, hatten das gemeinsame Ziel, der Union zu helfen und nicht etwa Probleme zu bereiten."

Es gibt aber auch andere Stimmen: Unions-Kenner, die sagen, mit Sehnsüchten von gestern löse man keine Probleme von heute. Die Konservativen in der CDU sollten doch endlich einmal sagen, was sie wollten. Sie seien nicht heimatlos, sie seien planlos. Eigentlich.

Stand: 07.02.2012 09:39 Uhr
 

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