Menschen vor einem CDU-Logo | Bildquelle: dpa

Absage an Zusammenarbeit CDU-Landesverbände auf Distanz zur AfD

Stand: 13.04.2018 05:23 Uhr

Der Brandenburger CDU-Verband hatte sich offen gezeigt für eine mögliche Zusammenarbeit mit der AfD und der Linkspartei. Andere Landesverbände erteilten einer solchen Konstellation nun jedoch eine Absage.

Mehrere CDU-Landesverbände haben sich entschieden gegen eine mögliche Kooperation mit der AfD ausgesprochen. "Ich schließe jede Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus", sagte Hessens CDU-Parteichef und Ministerpräsident Volker Bouffier der Zeitung "Die Welt". Die AfD sei eine reine Protestpartei, die nicht regierungsfähig sei. Auch die Berliner CDU-Vorsitzende Monika Grütters sagte dem Blatt mit Blick auf AfD und Linkspartei: "Rechte Hetze und linke Ideologien haben bei uns keinen Platz."

"Die politische Farbenlehre erweitern"

Hintergrund sind Avancen der Brandenburger CDU an AfD und Linkspartei. Unions-Landeschef Ingo Senftleben hatte sich in dieser Woche dafür ausgesprochen, nach der Landtagswahl 2019 gegebenenfalls "die politische Farbenlehre zu erweitern und über Grenzen hinweg zu denken". Gespräche mit der AfD würde er nicht ausschließen.

Der CDU-Chef von Brandenburg, Senftleben | Bildquelle: dpa
galerie

Der CDU-Chef von Brandenburg, Senftleben, hatte sich offen gezeigt für eine Zusammenarbeit mit der AfD.

Ablehnend äußerten sich andere CDU-Landesverbände im Osten. "Wir grenzen uns klar gegenüber links und rechts außen ab", sagte Raymond Walk, Generalsekretär der CDU Thüringen, der "Welt". Vincent Kokert, Vorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern, sagte der Zeitung, dass sich die Frage nach einer Zusammenarbeit mit der AfD in Mecklenburg-Vorpommern nicht stelle. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der CDU Sachsen-Anhalt, Thomas Webel.

Kritik auch von FDP

Auch die FDP kritisierte die Brandenburger CDU: "Dass Ingo Senftleben weder eine Koalition mit der Linkspartei noch mit der AfD ausschließt, zeigt eine absolute Beliebigkeit der Union", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer lasse den Tabubruch einfach zu, sagte Buschmann. "Offenbar ist der CDU jedes Mittel recht, um an die Macht zu kommen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. April 2018 um 03:00 Uhr.

Darstellung: