Farbige Dosen - unter anderem mit einem Hanfblatt bedruckt.

Auf Rezept Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt

Stand: 03.03.2017 10:47 Uhr

Bei Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen, bei AIDS und Krebs kann Cannabis helfen. Von heute an ist der Vertrieb der Droge unter Aufsicht einer Cannabis-Agentur in Deutschland möglich. Krankenkassen müssen die Therapie bezahlen.

Kranke in Deutschland dürfen Cannabis zu medizinischen Zwecken verwenden - und das auf Rezept. Eine neue Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte soll den Vertrieb der Droge zu Heilzwecken überwachen. Die Agentur wurde heute vorgestellt.

Bislang war der Konsum von Cannabis zu medizinischen Zwecken nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Diese hatten mehr als 1000 Patienten. Nach Angaben der Bundesregierung hat Deutschland 2016 insgesamt 170 Kilogramm Arznei-Cannabis importiert, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. Das gehe aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Parlamentsanfrage hervor. Danach wurden 2015 etwa 93 Kilogramm importiert, im Jahr zuvor 48,5 Kilogramm.

Bundesinstitut richtet Cannabisagentur ein
tagesschau 16:00 Uhr, 03.03.2017, Anke Hahn, ARD Berlin

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Wenig Daten zur Wirksamkeit

Die Bundesärztekammer begrüßt den Start von Cannabis auf Rezept. Die Mediziner sollen künftig über den Einsatz der Droge eigenständig entscheiden. Cannabis kann bei Multipler Sklerose, chronischen Schmerzen, aber auch bei AIDS, Alzheimer und Krebs helfen. Mediziner erhoffen sich aber mit der Freigabe weitere Erkenntnisse über die Wirksamkeit, betont der Chef der Sucht-Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer, Josef Mischo: "Zur Evidenz gibt es relativ wenig Daten." Deshalb sei die geplante Begleiterhebung gut. "Ich erwarte, dass wir deutlich bessere Daten darüber bekommen, wofür Cannabis tatsächlich sinnvoll ist und für welche Krankheiten dies weniger der Fall ist."

Eine Freigabe von Cannabis als Rauschmittel sehen die Ärzte skeptisch. "Für den Freizeitkonsum können wir nach allen bisherigen Studien nicht sagen, dass es harmlos ist", so der Sucht-Experte der Ärztekammer Mischo. "Wenn man Cannabis als Jugendlicher oder junger Erwachsener über längere Zeit nimmt, gibt es negative Effekte." Die Ärzte könnten keine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen. "Offen ist aber, ob der Schutz größer ist, wenn man es begrenzt freigibt oder verboten lässt."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. März 2017 um 09:02 Uhr

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