Ein Polizeibeamter führt den Angeklagten Sergej W. in den Gerichtssaal. | Bildquelle: dpa

Prozessauftakt in Dortmund Mutmaßlicher BVB-Bomber schweigt

Stand: 21.12.2017 16:39 Uhr

In Dortmund hat der Prozess gegen den mutmaßlichen BVB-Attentäter Sergeij W. begonnen. 28-facher versuchter Mord, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und gefährliche Körperverletzung - so lautet die Anklage. Am ersten Tag schwieg W. zu den Vorwürfen.

Vor dem Landgericht Dortmund hat der Prozess gegen den 28-jährigen Sergej W. begonnen, dem die Staatsanwaltschaft 28-fachen versuchten Mord vorwirft. Der Angeklagte äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

W. soll am 11. April in einer Hecke unweit des Mannschaftshotels des Bundesligaklubs Borussia Dortmund drei mit Metallstiften gefüllte Sprengsätze deponiert haben. Als sich das Team im Bus auf den Weg zu einer Champions-League-Partie gegen den AS Monaco machen wollte, soll er die Sprengsätze aus der Ferne gezündet haben.

Prozess um Anschlag auf BVB-Bus hat begonnen
tagesschau 20:00 Uhr, 21.12.2017, Birand Bingül, WDR

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Spieler und Polizist verletzt

Der Abwehrspieler Marc Bartra und ein auf einem Motorrad vorausfahrender Polizist wurden verletzt. Das Motiv des Angeklagten war nach Ansicht der Ermittler Habgier. Er soll vor dem Anschlag auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet haben. "Der Angeklagte handelte, um sich zu bereichern", sagte Oberstaatsanwalt Carsten Dombert bei Verlesung der Anklage. Er habe ein Vielfaches des von ihm eingesetzten Geldes herausholen wollen.

Wenige Tage vor dem Anschlag soll W. kreditfinanziert insgesamt 44.300 Euro in hochriskante Finanzgeschäfte gesteckt haben, mit denen er auf einen fallenden Kurs der Aktie spekulierte. Bei einem Fall der Anteilsscheine auf einen Euro hätte er laut Anklage einen Gewinn von rund 506.000 Euro erzielen können.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb einen aus Habgier, heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln begangenen 28-fachen versuchten Mord vor. Zudem wird ihm das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Dortmunder Spieler mit Polizisten | Bildquelle: dpa
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Dortmunder Spieler mit Polizisten nach den Explosionen

W. schwieg zunächst zu den Vorwürfen. Sein Anwalt Carl Heydenreich ließ offen, ob er am zweiten Verhandlungstag am 8. Januar Angaben machen wird. "Ob und wie er sich zur Sache äußern wird, wird zunächst das Gericht erfahren", sagte Heydenreich nach Ende des ersten Verhandlungstags.

Verteidiger greift Staatsanwalt an

Der Verteidiger erhob im Verfahren schwere Vorwürfe gegen den Staatsanwalt und regte dessen Ablösung an. Dieser habe sich frühzeitig auf Ergebnisse festgelegt und entlastende Umstände nicht gesucht. Er kritisierte zudem, dass Ermittlungsergebnisse an die Öffentlichkeit gelangt seien. Er sprach von einer "beispiellosen medialen Vorverurteilungskampagne".

Oberstaatsanwalt Dombert wiederum warf Heydenreich vor, er wolle "unseriös Stimmung" machen. Er hätte gerne entlastende Umstände ermittelt, aber diese habe es "schlicht und einfach" nicht gegeben.

Ob Spieler und Trainer von Borussia Dortmund in dem Prozess als Zeugen geladen werden, blieb zunächst offen. BVB-Anwalt Alfons Becker, der auch den bei dem Anschlag verletzten Spieler Bartra vor Gericht vertritt, geht allerdings davon aus, dass zumindest einige Profis aussagen werden.

Becker machte in dem Verfahren Schadenersatzansprüche geltend und beantragte Schmerzensgeld für Bartra. Der damalige Anschlag sei für die betroffenen Spieler ein "erschütternder Augenblick" gewesen, sagte der Anwalt. Das sei "an die Substanz gegangen". Für den Prozess sind bis Ende März kommenden Jahres 18 Verhandlungstage angesetzt.

Über dieses Thema berichtete am 21. Dezember 2017 tagesschau24 um 16:00 Uhr und die tagesschau um 17:00 Uhr.

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