Polizei vor dem Stadion in Dortmund | Bildquelle: dpa

Anschlag auf BVB-Bus Was ist bislang bekannt?

Stand: 12.04.2017 17:56 Uhr

Nach dem Anschlag auf den BVB-Bus hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Gibt es einen islamistischen Hintergrund? Was ist über mögliche Hintermänner bekannt und was hat es mit den Bekennerschreiben auf sich? Der Ermittlungsstand im Überblick.

Was ist passiert?

Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr detonierten drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus. Sie waren in einer Hecke versteckt. Das Team hatte sich gerade auf den Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco gemacht. Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Laut Bundesanwaltschaft hat sich ein Metallstift in die Kopfstütze eines Bussitzes gebohrt. Die Sprengsätze hatten demnach eine Sprengwirkung von mehr als 100 Metern - um Pyrotechnik handelt es sich daher sicher nicht. Ein islamistischer Hintergrund des Anschlags sei möglich, erklärte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Wie viele Verletzte gab es?

Der BVB-Verteidiger und spanische Nationalspieler Marc Bartra wurde schwer an Hand und Arm verletzt. Er brach sich eine Speiche im rechten Handgelenk. Außerdem verletzten ihn Glassplitter. Noch am Dienstagabend wurde er in einem Krankenhaus operiert. Laut BVB geht es ihm "den Umständen entsprechend gut". Wann er wieder einsatzfähig ist, ist jedoch unklar.

Auch ein Polizist wurde verletzt. Er fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten. Er erlitt ein Knalltrauma und einen Schock.

Borussia Dortmund @BVB

Wer ist für die Tat verantwortlich?

Die Polizei nahm einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal als Tatverdächtigen fest. Ihm wird eine Nähe zur terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" vorgeworfen. Bei einem zweiten Verdächtigen handelt es sich um einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna. Bei beiden waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft die Wohnungen durchsucht worden.

Am Anschlagsort wurden mehrere Bekennerschreiben gefunden. Unter anderem wird der Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert. Laut Ermittlerkreisen waren darauf keine IS-Symbole zu finden. Ein Brief, in dem die Antifa die Tat gesteht, ist höchstwahrscheinlich eine Fälschung; möglicherweise versuchen rechtsradikale Gruppen - die in Dortmund starken Zulauf haben - ihren politischen Gegnern damit die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Allerdings verweisen Experten auf Ungereimtheiten bei den Bekennerschreiben. So habe der IS bisher keine solchen Briefe an Tatorten zurückgelassen. Außerdem sei der Inhalt des Schreibens etwas "sonderbar", so Mascolo. "Dass sich der IS dafür interessiert, die US-Luftwaffenbasis Ramstein zu schließen - davon höre ich zum ersten Mal." Daher rät er: "Wir sollten nicht ausschließen, dass es auch ganz andere Hintergründe der Tat geben könnte."

Auch weitere Hintergründe über die Tatverdächtigen sind noch nicht bekannt. Die Ermittler klären unter anderem, ob sie vorher bereits straffällig waren, in welcher Beziehung sie zueinander standen und ob es eventuelle Hintermänner gibt.

Dortmund nach dem Anschlag: ARD-Terrorismusexperte Mascolo zu den Hintergründen
12.04.2017

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Wie geht es weiter?

Am Dienstag wurde das Spiel abgesagt. Es wurde Mittwoch nachgeholt. Der enge Terminplan ließ der UEFA und damit auch den Vereinen keine andere Wahl, hieß es. Schon am kommenden Mittwoch ist das Rückspiel in Monaco terminiert. Am Samstag spielt Dortmund in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt. Das Bundesinnenministerium hat laut eigenen Angaben keine Hinweise auf eine besondere Bedrohungslage vor dem Nachholspiel. Die Polizei hat vor der Partie jedoch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2017 um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr.

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