BVB-Bus | Bildquelle: dpa

Nach BVB-Anschlag Drittes angebliches Bekennerschreiben

Stand: 15.04.2017 01:13 Uhr

Nach dem Anschlag auf den BVB-Bus ist ein drittes angebliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Mail mit rechtsextremistischem Inhalt ging beim Berliner "Tagesspiegel" ein. Das Schreiben wird nun von der Bundesanwaltschaft auf seine Echtheit überprüft.

Im Fall des Sprengstoffanschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (BVB) ist ein weiteres angebliches Bekennerschreiben aufgetaucht. In der Redaktion des Berliner "Tagesspiegel" ging eine E-Mail mit rechtsextremistischem Inhalt ein, in der es heiße, der Anschlag in Dortmund sei eine "letzte Warnung". Der anonyme Verfasser berufe sich auf Adolf Hitler und drohe mit einem weiteren Anschlag. Auch werde gegen "Multi Kulti" gehetzt. Weiter heißt es laut "Tagesspiegel" in der E-Mail, am 22. April werde "buntes Blut fließen".

Trittbrettfahrer oder ernste Drohung?

Die Drohung zielt nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen vermutlich auf die zu erwartenden linken Demonstranten gegen den an diesem Tag in Köln stattfindenden AfD-Bundesparteitag. Der "Tagesspiegel" zitierte Sicherheitskreise mit den Worten, es müsse alles ernst genommen werden, "da wir keine Spur zum Täter von Dortmund haben". Die neue Bekennermail könne mit der Dortmunder Tat zu tun haben, "es könnte aber auch ein Trittbrettfahrer sein".

Das Schreiben wird nun von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf seine Echtheit überprüft. Sprecherin Frauke Köhler bestätigte, ihre Behörde habe das Schreiben von der Zeitung erhalten. Eine Bewertung wollte sie nicht abgeben.

Zwei zweifelhafte Bekennerschreiben zuvor

Direkt nach dem Anschlag waren am Tatort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden. Es wird aber bezweifelt, dass diese Schreiben tatsächlich von Islamisten stammen. Ermittelt wird auch in Richtung von Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußballfans und Allgemein-Kriminellen. Auch bei einem anderen angeblichen Bekennerschreiben, in dem ein linksextremistischer Hintergrund behauptet wurde, bestehen nach Einschätzung der Behörden erhebliche Zweifel an der Echtheit.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. April 2017 um 03:58 Uhr.

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