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Sparkurs bei der Luftverteidigung
Bundeswehr streicht Ausbildung in den USA
Die Bundeswehrreform ist bei den deutschen Auslandsstandorten angekommen. Nach mehr als 55 Jahren schließt sie ihr Luftwaffen-Ausbildungszentrum im US-amerikanischen Fort Bliss, wo gegenwärtig rund 270 Soldaten stationiert sind.
Bei seinem Truppenbesuch im Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrums für Flugabwehrraketen informierte Verteidigungsminister Thomas de Maizière über die Entscheidung. Er teilte den Soldaten mit, dass die Ausbildung am Patriot-Raketenabwehrsystem ins schleswig-holsteinische Husum umziehen soll. Bürgermeister Uwe Schmitz bezeichnete dies "als großes Glück für die Stadt".
Das scharfe Raketenschießen werde auf der griechischen Insel Kreta stattfinden, ergänzte de Maizière. Das deutsche Luftwaffenkommando, das die Ausbildung von Bundeswehrpiloten an zahlreichen Standorten über die ganzen USA und Kanada verstreut koordiniert, soll aufgelöst werden.
Hintergrund ist die Umstrukturierung der Luftwaffe, die auch einen Abbau der gegenwärtig 24 Staffeln mit geschätzt knapp 200 Patriot-Systemen auf künftig nur noch zwölf vorsieht. Zugleich versicherte er, dass die Bundeswehr weiter an dem bewährten Patriot-System festhalte, das auch der deutsche Beitrag zum künftigen NATO-Raktenabwehrschild für Europa sein soll.
Eurofighter-Ausbildung möglicherweise in den USA
De Maizière machte ferner deutlich, dass die Ausbildung der Tornado-Piloten auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Holloman in New Mexico reduziert werde.
Zudem werde geprüft, ob die Ausbildung der künftigen Eurofighter-Piloten in die USA verlagert werde könne. Die Luftwaffe soll den jüngsten Plänen zufolge bis 2025 über 85 Tornado-Kampfjets und 140 Eurofighter verfügen.
US-Truppenabzug beginnt wie geplant
Im Rahmen seines USA-Besuches kam de Maizière mit seinem amerikanischen Amtskollegen Leon Panetta zusammen. Das Treffen in Washington diente vor allem der Vorbereitung des NATO-Gipfels. Zudem ging es in dem Gespräch um den Afghanistan-Einsatz und die neue Militärstrategie der USA samt Truppenabzug aus Deutschland.
Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums werden mehr als 10.000 Soldaten aus der Bundesrepublik abgezogen. Die Verlegung soll in diesem Jahr beginnen und bis 2017 abgeschlossen sein. De Maizière sagte, die Zahlen seien kein Grund zur Klage. Das Verfahren sei transparent verlaufen und das Ergebnis moderat. Deutschland bleibe für die USA das Hauptstationierungsland in Europa.
Auflösung von Kampfbrigaden
Wie erwartet lösen die USA zwei schwere Kampfbrigaden mit je 3850 Soldaten auf, die in Baumholder in Rheinland-Pfalz und Grafenwöhr in Bayern stationiert sind. Die Einheiten waren durch den Afghanistan-Einsatz in den vergangenen zehn Jahren ohnehin die meiste Zeit abwesend. Auch das Aus für die bayerischen Standorte Schweinfurt und Bamberg war bereits bekannt. Nach Angaben des Pentagon sollen 1600 Soldaten einer Luftlandebrigade mit ihren Familien künftig im italienischen Vicenza stationiert sein.
Außerdem kündigte das US-Verteidigungsministerium die Auflösung eines in Spangdahlem (Rheinland-Pfalz) stationierten Luftwaffen-Geschwaders mit 525 Soldaten an. Das Hauptquartier des 5. US-Corps in Wiesbaden soll ebenfalls weichen, rund 750 Soldaten werden von hier im Sommer nach Afghanistan verlegt. Auch der geplante Abzug von 2500 Soldaten aus Unterstützungseinheiten dürfte deutsche Standorte treffen, das US-Militär will die Entscheidung nach eigenen Angaben noch in diesem Jahres treffen.
Texas: Von Tieffliegern und Standortschließungen
S. Ueberbach, ARD Berlin zzt. El Paso
16.02.2012 12:24 Uhr
Gespräche mit CIA-Chef und Senator McCain
Anschließend sind Gespräche mit US-Geheimdienstdirektor James Clapper und mit dem republikanischen Senator John McCain geplant. Die viertägige Reise de Maizières endet mit einer Grundsatzrede an der renommierten Harvard Universität in Boston. Zum Auftakt am Dienstag hatte de Maizière den CIA-Chef und Ex-Kommandeur der Afghanistan-Schutztruppe, David Petraeus, mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Stand: 16.02.2012 12:04 Uhr
