Jacken der Bundeswehr mit angenähter Deutschlandflagge  | Bildquelle: dpa

Bericht über Kontakte zu "Identitären" Rechtsextreme Gruppe an Bundeswehr-Uni?

Stand: 19.05.2017 08:45 Uhr

Seit den Terror-Ermittlungen gegen Soldaten steht auch die Münchner Bundeswehr-Uni im Fokus: Ein mutmaßlicher Komplize des Oberleutnants Franco A. studierte hier. Jetzt hat die Uni offenbar noch ein Problem: Weitere Studenten stehen unter Rechtsextremismus-Verdacht.

An der Münchner Bundeswehr-Universität in München gibt es vielleicht seit Jahren ein rechtsextremes Netzwerk. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, es gebe viele Verbindungen zwischen Studenten und Absolventen zur rechtsextremen "Identitären Bewegung", die der Verfassungsschutz beobachtet.

Die Zeitung schreibt unter Berufung auf den Verteidigungsausschuss des Bundestags, der Militärische Abschirmdienst (MAD) überprüfe, ob vier Studenten Rechtsextreme seien. Der MAD muss unter anderem ermitteln, ob sie auch Kontakt zum terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. oder zu seinem mutmaßlichen Komplizen Maximilian T. hatten, der an der Universität studierte. Sie beiden Soldaten werden verdächtigt, einen Anschlag geplant zu haben. Insgesamt überprüft der MAD 284 Rechtsextremismus-Verdachtsfälle in der Bundeswehr, darunter elf Studenten.

Laut "Süddeutscher Zeitung" wollten sich weder die Hochschule noch der MAD zu den Vorwürfen äußern.

Die ursprünglich aus Frankreich stammende "Identitäre Bewegung" ist seit 2012 auch in Deutschland aktiv. Die Gruppe macht gegen eine "Masseneinwanderung" und eine "Islamisierung Europas" mobil. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte im August erklärt, dass es die Gruppierung mit etwa 300 Mitgliedern beobachte.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Mai 2017 um 06:45 Uhr.

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