Bundeswehr-Lkw bei der Verladung in Iskenderun | Bildquelle: dpa

Stellungen an türkisch-syrischer Grenze Bundeswehr beendet "Patriot"-Einsatz

Stand: 23.12.2015 16:32 Uhr

Die Bundeswehr hat ihren "Patriot"-Einsatz in der Türkei weitgehend abgeschlossen. Ein Schiff mit dem Material an Bord brach nach Deutschland auf. Die meisten Soldaten kehren vor Weihnachten heim. Das Waffensystem wurde bereits im Oktober abgeschaltet.

Nach fast drei Jahren hat die Bundeswehr ihren Einsatz mit "Patriot"-Abwehrraketensystemen in der Türkei fast vollständig beendet. Das komplette Material wurde im Hafen von Iskenderun auf ein Schiff geladen. Es ist inzwischen auf dem Weg nach Deutschland. Im Laufe des Tages flogen 76 Soldaten zurück in die Heimat. Fast 40 Soldaten kehren bis Jahresende nach Deutschland zurück, teilte eine Sprecherin des Einsatzführungskommandos in Potsdam mit.

Der operative Einsatzauftrag war schon Mitte Oktober beendet worden. Damals wurde auch das Waffensystem abgeschaltet. Seitdem wurden 200 Container und 213 Kraftfahrzeuge in mehreren Konvois aus dem Einsatzraum im südanatolischen Kahramanmaras zum etwa 200 Kilometer entfernten Mittelmeerhafen Iskenderun nahe der syrisch-türkischen Grenze gebracht. Der letzte Transport mit 54 Fahrzeugen und einem Großteil der "Patriot"-Startgeräte wurde in den vergangenen Stunden verladen.

Eine Abwehrstaffel mit Patriot-Raketen im südtürkischen Kahramanmaras | Bildquelle: dpa
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Die Bundeswehr war in Kahramanmaras stationiert, etwa 100 Kilometer Luftlinie von der syrischen Grenze.

Schutz vor Angriffen aus Syrien

Die Bundeswehr hatte vor knapp drei Jahren "Patriot"-Staffeln in die Türkei geschickt, um den Bündnispartner vor Angriffen aus Syrien zu schützen. Die Einheiten wurden auf Bitten der Regierung in Ankara dorthin verlegt, als mehrfach Raketen auf türkischem Staatsgebiet niedergingen. Zwischenzeitlich waren dort bis zu 300 deutsche Soldaten im Einsatz. Im August hatte die Bundesregierung den Abzug bis Ende Januar 2016 beschlossen und zur Begründung auf eine abnehmende Bedrohung verwiesen.

Die Bundeswehr bleibt aber weiter in der Region engagiert. In der nordirakischen Kurden-Hauptstadt Erbil, vor der libanesischen Küste (Unifil-Einsatz) und bei der Seeraumüberwachung im östlichen Mittelmeer unter Führung der NATO (Operation Active Endeavour).

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