Die Kaserne Panzertruppenschule in Munster, Niedersachsen | Bildquelle: dpa

Toter bei Bundeswehrmarsch Soldat starb an Multiorganversagen

Stand: 17.08.2017 18:04 Uhr

Im Fall eines Mitte Juli nach einem Übungsmarsch gestorbenen Bundeswehrsoldaten hat die Staatsanwaltschaft nun den Obduktionsbericht vorgelegt. Der Offiziersanwärter sei an einem Multiorganversagen nach einer Blutvergiftung gestorben, heißt es darin.

Nach dem Tod eines Bundeswehrsoldaten bei einem Übungsmarsch im niedersächsischen Munster liegt der Obduktionsbericht vor. "Danach ist die Todesursache ein Multiorganversagen im Sinne eines generalisierten entzündlichen Geschehens, einer Sepsis", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Angelika Klee.

Bei der landläufig Blutvergiftung genannten Sepsis gerät eine Entzündung außer Kontrolle, und die körpereigene Abwehr schädigt das eigene Gewebe. "Wie es dazu kommen konnte, müssen weitere rechtsmedizinische Folgeuntersuchungen zeigen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zu weiteren Details wollte sie keine Angaben machen.

Nach drei Kilometern zusammengebrochen

Am 19. Juli waren insgesamt vier Soldaten kollabiert. Ein Offiziersanwärter brach nach drei Kilometern zusammen und starb zehn Tage später in einer Klinik. Bei einem zweiten Marsch am selben Tag kollabierten drei weitere Soldaten. Nach ersten Untersuchungen hatten sie einen Hitzschlag erlitten.

Dass illegale Aufputschmittel den Tod des Offiziersanwärters verursacht haben könnten, hatte das Verteidigungsministerium dementiert. Ein Soldat habe allerdings ausgesagt, einen Energy Drink getrunken zu haben. Ob das zu dem Hitzschlag beigetragen haben könnte, blieb offen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. August 2017 um 13:00 Uhr.

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