Bundeswehrsoldaten | Bildquelle: dpa

Bundeswehr Mehr sexuelle Übergriffe gemeldet

Stand: 19.11.2017 04:25 Uhr

Die Zahl der in der Bundeswehr gemeldeten Sexualverbrechen ist nach Informationen der "BamS" deutlich gestiegen. So seien bis Mitte November elf Vergewaltigungen angezeigt worden. Das Verteidigungsministerium führt dies darauf zurück, dass Opfer nicht länger schweigen.

Bei der Bundeswehr ist die Zahl der gemeldeten Sexualstraftaten nach Informationen der "Bild am Sonntag" stark angestiegen. Die Zeitung beruft sich dabei auf das Verteidigungsministerium. So seien bis zum 14. November elf Vergewaltigungen angezeigt worden, bei denen ein Bundeswehrangehöriger eine Kameradin oder einen Kameraden vergewaltigt oder dies versucht haben soll. Im gesamten Vorjahr habe es fünf Meldungen gegeben.

187 Meldungen zu sexuellen Übergriffen

Auch die Gesamt-Verdachtsfälle von sexuellen Übergriffen hätten in diesem Jahr stark zugenommen. Insgesamt gab es demnach bis Ende September 187 Meldungen zu sexuellen Übergriffen, nach 128 Meldungen im gesamten Jahr 2016. Darunter falle alles vom Berühren eines Oberschenkels bis zur Vergewaltigung.

Allerdings seien einige Altfälle laut Bundeswehr in 2017 noch einmal gemeldet worden, weil Opfer mit dem Umgang nicht zufrieden gewesen seien.

Verteidigungsministerium: Dunkelziffer sinkt

Das Bundesverteidigungsministerium geht laut "BamS" nicht davon aus, dass es in der Truppe einen starken Anstieg von Vergewaltigungen gibt, sondern dass immer mehr Opfer die Tat anzeigen, statt zu schweigen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte der "Bild am Sonntag": "Sexuelle Übergriffe, die wir in der Gesellschaft ächten, ahnden wir ebenso in der Bundeswehr. Wir wollen in der Truppe ein Klima der Offenheit, in dem sich jeder und jede traut, Unrecht und Gewalt zu melden."

Über dieses Thema berichteten am 19. November 2017 die tagesschau um 04:58 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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