Bundeswehr-Soldaten im Einsatz im westafrikansichen Krisenstaat Mali. | Bildquelle: dpa

Bundeswehreinsatz Kabinett billigt Mali-Mission

Stand: 11.01.2017 11:19 Uhr

Die Bundesregierung will die Zahl der deutschen Soldaten in Mali deutlich erhöhen. Die Mission in dem westafrikanischen Land gilt als der größte und gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Die Bundesregierung will die Zahl der Bundeswehr-Soldaten im westafrikanischen Mali deutlich erhöhen. Das Kabinett brachte dafür die Entsendung von Kampf- und Transporthubschraubern sowie bis zu 350 zusätzlichen Soldaten in den Blauhelm-Einsatz im Norden des Landes auf den Weg. Vor einer Fortsetzung der deutschen Beteiligung muss noch der Bundestag entscheiden. Die Zustimmung des Parlaments gilt aber als sicher.

Größter Auslandseinsatz der Bundeswehr

Die Helikopter sollten frühestens ab März in Gao die abziehenden Hubschrauber der niederländischen Armee ersetzen. Die bis zu 350 zusätzlichen Soldaten sind für Wartung und Betrieb der Maschinen nötig. Insgesamt werden damit künftig bis zu 1000 deutsche Soldaten im Rahmen der UN-Mission Minusma mit Hubschraubern bei der Friedenssicherung in dem Krisenland mithelfen.

Karte: Mali mit Kidal
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Hunderte deutsche Soldaten sind im westafrikanischen Mali bereits im Einsatz.

Damit werden in Mali wohl bald so viele Bundeswehr-Soldaten stationiert sein wie in keinem anderen Land. Derzeit sind 530 Soldaten im Einsatz. Sie sind in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao unter anderem für die Aufklärung der Lage mit Drohnen zuständig. Jetzt kommen Kampf- und Transporthubschrauber für die Rettung von Verletzten dazu.

Gefährliche Mission

Minusma ist derzeit die gefährlichste Blauhelm-Mission. Gruppierungen wie Al Kaida terrorisieren den Norden des afrikanischen Staats schon lange. Bis Oktober wurden 70 Blauhelmsoldaten und andere UN-Kräfte bei Anschlägen und Angriffen von Aufständischen getötet.

Irak-Ausbildungsmission soll ebenfalls fortgesetzt werden

Zudem beschloss das Kabinett die Verlängerung der Ausbildungsmission im Nordirak. Etwa 150 Bundeswehrsoldaten bilden dort vor allem kurdische Soldaten für den Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" aus. Dieses Mandat muss ebenfalls noch vom Bundestag gebilligt werden.

Bundesregierung weitet Mali-Einsatz aus
C. Prössl, ARD Berlin
11.01.2017 14:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Januar 2017 um 13:30 Uhr

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