Hospiz-Betreuerin hält die Hand einer Sterbenden | Bildquelle: a (Weiss)

Hospiz- und Palliativgesetz im Bundestag Mehr Geborgenheit am Ende des Lebens

Stand: 05.11.2015 04:16 Uhr

Ängste nehmen, Schmerzen lindern, mit Menschlichkeit begleiten. Die Palliativmedizin und Hospizversorgung hilft Sterbenden. Doch die Angebote reichen bei weitem noch nicht. Der Bundestag will das heute mit einem Gesetz ändern.

Von Peter Mücke, NDR, ARD-Hauptstadtstudio

Vor 30 Jahren waren Palliativmedizin und Hospizversorgung in Deutschland noch Fremdworte. Diese Erfahrung machte nicht nur der ehemalige SPD-Sozialminister Franz Müntefering.

"Meine Mutter starb 1985 - da gab es noch keine Begrifflichkeit von Hospiz und Palliativ", sagt er. Aber es habe eine katholische Frauengemeinschaft gegeben. "Die haben begleitet. Das hat mich sehr überzeugt. Das war im Grunde die hospizliche Kernidee."

Leben und Arbeiten im Kinderhospiz
ARD-Morgenmagazin, 05.11.2015, Sarah, Walzer, SWR

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Hunderte Palliativstationen bieten Hilfe

Seitdem hat sich einiges verbessert. Heute gibt es rund 250 Palliativstationen in deutschen Krankenhäusern. Hinzu kommen etwa 1500 ambulante Hospizdienste, die den Kranken, die zu Hause sterben wollen, und ihren Angehörigen beistehen.

Auch Müntefering machte gute Erfahrungen damit, als er 2007 sein Amt niederlegte, um seine krebskranke Ehefrau zu pflegen. "Das war dann für mich die Möglichkeit, überhaupt zu Hause dieser Aufgabe gerecht werden zu können - zusammen mit den Kindern und Enkelkindern", sagt er. Sehr positiv sei gewesen, dass er jederzeit Rat und Hilfe bekommen habe - auch am späten Abend habe er anrufen können, wenn er nicht weitergewusst habe.

Doch vor allem in den ländlichen Gebieten gibt es noch immer zu wenige Palliativ-Angebote. Das soll sich jetzt ändern. Heute will der Bundestag das Hospiz- und Palliativgesetz verabschieden. 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr sollen investiert werden. Immerhin ein Drittel mehr als bisher.

"Ängste nehmen, Schmerzen lindern"

Gesundheitsstaatssekretärin Annette Widmann-Mauz | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Gesundheitsstaatssekretärin Widmann-Mauz sieht Nähe und Zuwendung als wichtiges Element am Ende des Lebens.

"Am Ende eines Lebens geht es in erster Linie darum, den Menschen Ängste zu nehmen, Schmerzen zu lindern, Raum und Zeit für Begegnung, Zuwendung, Nähe, Geborgenheit und Mitmenschlichkeit zu ermöglichen", sagt Gesundheitsstaatssekretärin Annette Widmann-Mauz.

Dass der Bundestag ausgerechnet einen Tag vor der Sterbehilfe-Abstimmung über Hospiz- und Palliativmedizin debattiert, ist kein Zufall, glaubt auch Winfried Hardinghaus vom Deutschen Palliativ- und Hospizverband. "Wir können jeden Menschen, jeden, schmerzfrei halten am Ende des Lebens", sagt er. "Wir können seine Symptome lindern, wir können jedem zu einem würdevollen Ende mitverhelfen."

Sogar der Bundespräsident hat sich eingeschaltet. In der Reihe "Bellevue Forum" lud er Anfang der Woche Experten zum Thema Hospiz- und Palliativversorgung in seinen Berliner Amtssitz. "Durch Ihren Dienst geben Sie Menschen in der letzten Phase ihres Lebens Geborgenheit - damit nehmen Sie ihnen einen Teil der Angst, aus der sonst in vielen Fällen der Ruf nach Sterbehilfe erwächst", so Gauck. "Sie leben eine Alternative vor."

Opposition fordert weitergehende Regelungen

Grundsätzlich steht auch die Opposition hinter dem Anliegen. Allerdings gehen etwa der Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt die Pläne der Bundesregierung noch nicht weit genug: "Damit ist eben noch nicht geregelt, dass jeder einen Zugang hat zu guter Versorgung. Damit ist noch nicht geregelt, dass diejenigen, die sich heute oft ehrenamtlich engagieren, auch wirklich ausreichende Möglichkeiten haben. Damit ist noch nicht geregelt, was in den Krankenhäusern passiert, und auch nicht, was in den Hospizen passiert."

Politische Diskussion zum Palliativgesetz
morgenmagazin, 05.11.2015, A. John, ARD Berlin

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Bundestag stimmt über Hospiz- und Palliativgesetz ab
P. Mücke, ARD Berlin
05.11.2015 02:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. November 2015 um 10:00 Uhr.

Korrespondent

Peter Mücke, NDR Logo NDR

Peter Mücke, NDR

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