Bundestag | Bildquelle: AP

Gedenkstunde im Bundestag Erinnerung an "Euthanasie"-Opfer

Stand: 27.01.2017 10:05 Uhr

Als "lebensunwert" wurden im NS-Regime Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen angesehen und deshalb massenhaft umgebracht. Die Opfer der "Euthanasie"-Morde standen im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung des Bundestags zum Holocaust-Gedenktag.

Der Bundestag hat in einer Gedenkstunde an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr die Opfer der "Euthanasie"-Morde. Bundestagspräsident Norbert Lammert kritisierte in seiner Ansprache, dass die Aufarbeitung dieser Morde an Kranken und Behinderten lange Zeit nicht stattgefunden habe und forderte dazu auf, sich mit dem Schicksal der Opfer zu befassen. "Erst Einzelschicksale lassen erkennen, was unschuldigen Menschen angetan wurde", sagte Lammert.

Bundestag gedenkt Opfern des "Euthanasie"-Programms
tagesschau 14:00 Uhr, 27.01.2017, Thomas Kreutzmann, ARD Berlin

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"Zwischen 'Euthanasie' und dem Völkermord an den europäischen Juden bestand ein enger Zusammenhang", betonte der Bundestagspräsident. "Als 'Probelauf zum Holocaust' gilt das Töten durch Gas, das zuerst bei den "Euthanasie"-Opfern praktiziert und damit zum Muster für den späteren Massenmord in den NS-Vernichtungslagern wurde." Ein Aufbegehren gegen die systematische Tötung der als "lebensunwert" verunglimpften Kranken und Beeinträchtigten habe es wenig gegeben, sagte Lammert. Die Forschung geht derzeit davon aus, dass mindestens 300.000 Menschen während der NS-Zeit im Rahmen der "Euthanasie"-Programme ermordet wurden.

Während der Gedenkstunde verlas der Schauspieler Sebastian Urbanski vom Berliner Rambazamba-Theater, der das Down-Syndrom hat, den Brief eines damaligen Opfers. Zum ersten Mal hat damit ein Mensch mit einer geistigen Behinderung vor dem Bundestag gesprochen. Auch Menschen mit Down-Syndrom waren von den Nationalsozialisten als "lebensunwert" eingestuft und ermordet worden.

Wannseekonferenz vor 75 Jahren

Lammert erinnerte auch an die Wannseekonferenz der Nazis: "Es ist heute fast auf den Tag genau 75 Jahre her, dass 15 hochrangige Vertreter des Nazi-Regimes in einer Berliner Villa im Westen der Hauptstadt zusammenkamen, um mit unfassbarer Menschenverachtung den millionenfachen Mord an den europäischen Juden möglichst effizient zu organisieren, der damals längst beschlossen war und auch seit langem begonnen hatte."

Seit 1996 wird auf Anregung des damaligen Staatsoberhaupts Roman Herzog am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, in Deutschland der NS-Opfer gedacht. 2005 riefen die Vereinten Nationen diesen Tag zum internationalen Holocaust-Gedenktag aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Januar 2017 um 14:00 Uhr.

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