Leeres Bundestagsplenum aus der Vogelperspektive | Bildquelle: picture alliance / dpa

Sitzordnung im Bundestag Die FDP will in die Mitte

Stand: 27.09.2017 13:33 Uhr

Auch die 709 Abgeordneten des neuen Bundestags werden im Plenarsaal Platz finden, so viel ist sicher. Allerdings deutet sich bereits Gezänk über die Sitzordnung an. Die FDP möchte in die Mitte. Lösen muss den Streit eine Runde, die gar kein offizielles Gremium ist.

Dem 19. Bundestag werden 79 Abgeordnete mehr angehören als dem 18. - also 709 statt 630. Dadurch steigen die Kosten für das Parlament. Platzprobleme entstehen dadurch nicht, allerdings deuten sich bereits Konflikt um die Sitzordnung an. Denn keine der anderen Fraktionen möchte gerne neben den AfD-Abgeordneten sitzen.

Die Gespräche über die Platzverteilung werden vom scheidenden Bundestagspräsidenten Norbert Lammert geleitet, der mit Vertretern aller Fraktionen zusammenkommen wird. Diese Runde wird auch Vor-Ältestenrat genannt, der jedoch kein offizielles Gremium darstellt.

Rechts, links oder in der Mitte?

Von der SPD wird ein Modell vorgeschlagen, die AfD vom Rednerpult aus gesehen am rechten Rand des Plenarsaals zu platzieren. Links daneben die FDP, dann Union, SPD, Grüne und ganz links die Linkspartei.

Die FDP will diese Sitzordnung nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters allerdings verhindern. Demnach wollen die Liberalen sich im Vor-Ältestenrat dafür einsetzen, zwischen Grünen und Union zu sitzen. Wie die "Rheinische Post" berichtet, würde die FDP nach den Attacken von Grünen und Union auf die Liberalen im Wahlkampf darin ein willkommenes Signal für ein Zusammenrücken sehen.

Dies würde bedeuten, dass die Unionsabgeordneten neben der AfD-Fraktion Platz nehmen würden. Die Begeisterung darüber soll sich ebenfalls in Grenzen halten.

Einer Bundestagssprecherin zufolge ist eine Einigung rechtzeitig vor der konstituierenden Sitzung des Bundestages, die spätestens am 24. Oktober stattfinden muss, wünschenswert. Dann könnte auch der Umbau im Plenarsaal noch pünktlich abgeschlossen werden.

Leeres Bundestagsplenum aus der Vogelperspektive | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Diese Stuhlanordnung ist nun überholt - Blick in das leere Bundestagsplenum vor der Bundestagswahl am 24. September.

Wenig Platz im dritten Stock

Enger wird es auch im Reichstagsgebäude. Dort müssen sich nun sechs statt vier Fraktionen den Platz aufteilen. Auf der Fraktionsebene im dritten Stock des Gebäudes dürfte es damit zu eng für sechs Sitzungsräume werden.

Möglich wäre es, die neuen beiden Fraktionen, also AfD und FDP, anders unterzubringen. Doch bei den Liberalen wird darauf verwiesen, dass man schließlich viertstärkste Fraktion geworden sei, also müsse die FDP auch zu den vier Parteien mit Räumen im dritten Stock gehören. Auch diese Frage wird der Vor-Ältestenrat lösen müssen.

Das Reichstagsgebäude in Berlin, Sitz des Deutschen Bundestags | Bildquelle: AP
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Eine Kuppel, vier Türme, sechs Fraktionen - es wird enger im Reichstag.

Über dieses Thema berichtete WDR 2 am 27. September 2017 um 13:11 Uhr im "Mittagsmagazin". Am 26. September 2017 wurde ein Psychologe zu der Sitzordnung im Bundestag bei WDR 2 interviewt.

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