Redepult im Bundestag | Bildquelle: dpa

Zitate der Debatte "Eine Abstimmung für die Würde"

Stand: 30.06.2017 12:27 Uhr

Das Votum über die Ehe für alle war eine Gewissensentscheidung - entsprechend emotional war die Debatte. Während Befürworter von einer "Abstimmung für die Würde" und einem großen Tag sprachen, kam von Gegnern Kritik. Zitate aus einer historischen Debatte.

Jan-Marco Luczak, CDU

"Kein Kind wird weniger geboren, nur weil es Schwulen und Lesben auch möglich ist zu heiraten. (...) Für mich ist die Ehe der wunderbare Liebesbeweis zweier Menschen, die in guten wie in schlechten Zeiten füreinander einstehen wollen. Bis dass der Tod sie scheidet. Zwei Menschen sind bereit, Verantwortung füreinander zu tragen. Es geht um Treue, es geht um Beständigkeit, es geht um Verlässlichkeit. All dieses sind zutiefst konservative Werte, die Anerkennung und Respekt verdienen. Und ich kann nicht erkennen, wieso das Geschlecht hierbei einen Unterschied machen sollte. Und deswegen - gerade weil ich Christdemokrat bin - bin ich für die Öffnung der Ehe, weil es um bürgerliche, konservative Werte geht."

Dietmar Bartsch, Linkspartei

"Es ist eine Abstimmung für die Würde, für Gleichheit und für die Liebe. Es geht nicht um die Frage, ob Merkel oder Schulz gewinnen. Wir schaffen ein Stück weit Normalität in unserem Land."

Karl-Heinz Brunner, SPD (mit Regenbogenkrawatte)

"Am Ende dieses Morgens wird niemandem etwas genommen, niemand wird seiner Rechte beraubt, niemand wird ärmer. Nein, wir werden reicher in Deutschland! Nicht nur, weil wir heute Geschichte schreiben, sondern weil wir dieses Land ein Stück reicher machen. Denn Liebe und Verstand drängen heute endgültig zu ihrem Recht. Das ist ein Erfolg, eine Freude für die Lesben und Schwulen in diesem Land, aber auch für unsere Demokratie für unser tolerantes, buntes Deutschland und zuletzt für dieses Hohe Haus. What a wonderful day!"

Volker Kauder, CDU

"Ich sage für mich und auch für meine Fraktion: Wir haben Respekt vor der Haltung einer jeden Kollegin, eines jeden Kollegen. Wenn ich aber die Diskussionen der letzten Zeit an mir vorüberziehen lasse, habe ich allen Grund zu sagen, dass auch diejenigen, die sagen, aus meiner christlichen oder persönlichen Überzeugung kann ich dem Antrag Ehe für alle nicht zustimmen, denselben Respekt verdient haben."

Thomas Oppermann, SPD

"Wenn unsere Verfassung eines garantiert, dann, dass jeder in unserem Land so leben kann, wie er es für richtig hält und wie sie es für richtig hält. Wenn die Ehe für alle kommt, das wird vielen etwas gegeben, aber niemandem etwas genommen. (...) Bei der Ehe geht es nicht um das Geschlecht, sondern ob Menschen füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen wollen."

Angela Merkel, CDU

"Was die Frage der Ehe anbelangt, so ist es meine Grundüberzeugung, dass der grundgesetzliche Schutz im Artikel 6 die Ehe von Mann und Frau beinhaltet."

Johannes Kahrs, SPD

"Ehrlicherweise, Frau Merkel: Vielen Dank für nichts. (...) Sie haben sich hier verstolpert. Das war Ihr Schabowski-Moment."

Martin Schulz, SPD

"Wir haben heute gesetzlich nachgeholt, was in unserer Gesellschaft längst verwirklicht ist und von vielen Menschen auch bejaht wird. (…)  Dies ist ein Tag, an dem endlich Einigkeit und Recht und Freiheit für alle Bürger der Bundesrepublik herrscht. Das ist ein großer Tag!"

Volker Beck, Grüne

"Das ist wirklich ein toller Sieg, weil es ein Stück weit gesellschaftlichen Frieden bedeutet. Heute ist eine Bastion gefallen. (...) Alles andere als Gleichberechtigung ist Diskriminierung."

Gerda Hasselfeldt, CSU

"Die Ehe ist eine Gemeinschaft von Mann und Frau, aus der auch die Kinder geboren werden und die Zukunft unserer Gesellschaft gesichert wird. Damit ist sie die Keimzelle unserer Gesellschaft."

Über dieses Thema berichtete Phoenix am 30. Juni 2017 um 08:00 Uhr.

Darstellung: