Das Rednerpult mit dem Bundesadler im Schloss Bellevue in Berlin | Bildquelle: picture alliance / dpa

Bundespräsidentenwahl Auf der Suche nach dem Konsens-Kandidaten

Stand: 23.10.2016 05:28 Uhr

Bis Ende Oktober wollen die Koalitionäre ausloten, ob sie einen gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Gauck finden. Die Generalsekretäre von CDU und CSU, Tauber und Scheuer, sind zuversichtlich, dass das auch klappt. SPD-Fraktionschef Oppermann hat aber auch Bedenken.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat sich für einen gemeinsamen Kandidaten von CDU, CSU und SPD für die Nachfolge von Joachim Gauck im Amt des Bundespräsidenten ausgesprochen. Gefragt sei eine Person, die "viele Menschen erreicht und weniger klar politisch verortet ist", sagte er den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Dies wäre jedoch kein Signal für eine Fortsetzung der Großen Koalition, sondern "ein starkes Zeichen, dass wir in diesen bewegten Zeiten eine respektable Persönlichkeit suchen, die über dem Parteienstreit steht und Brücken in der Gesellschaft baut", betonte der CDU-Generalsekretär.

Auch Scheuer setzt auf gemeinsamen Kandidaten

Die Parteivorsitzenden von Union und SPD haben sich bis Ende Oktober Zeit gegeben, zu beraten, ob eine Verständigung auf einen gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten möglich ist. Auch in der CSU wächst der Wunsch nach einer Person, mit der sich alle drei Parteien arrangieren können. Er sei sich sicher, dass sich Union und SPD einig werden, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Allerdings sprach er sich gegen Außenminister Frank-Walter Steinmeier aus. Für Steinmeier gebe es in der Außenpolitik genügend Herausforderungen, sagte Scheuer der "Bild am Sonntag". Er solle lieber seinen Job als Außenminister besser machen. Unter anderem hatte SPD-Generalsekretärin Katharina Barley Steinmeier ins Spiel gebracht.

Bundespräsidentenwahl: Gabriel bringt Steinmeier ins Gespräch
tagesschau 20:00 Uhr, 23.10.2016, Norbert Carius, ARD Berlin

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SPD-Fraktionschef Oppermann
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SPD-Fraktionschef Oppermann ist dagegen, sich um jeden Preis auf einen Konsenskandidaten festzulegen.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warnte davor, bei der Suche nach einem Gauck-Nachfolger auf einen wenig überzeugenden Konsenskandidaten zu setzen. "Die Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten darf nicht dazu führen, dass wir uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen und zum Schluss eine Kandidatin oder einen Kandidaten haben, der zwar allen Parteien gefällt, aber als Persönlichkeit nicht überzeugt", sagte Oppermann dem "Tagesspiegel". "Dann sollte besser jede Partei jeweils eigene Vorschläge für die Bundesversammlung machen."

Wahl im Februar 2017

Gauck steht aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. Wer ihm folgt, entscheidet am 12. Februar 2017 die Bundesversammlung. Dort gibt es keine klaren Mehrheiten. Falls die Koalitionäre keinen gemeinsamen Kandidaten finden, steigt die Chance für eine Kampfkandidatur mit mehreren Bewerbern in der Bundesversammlung. Das Ergebnis ist derzeit völlig offen. Zuletzt hatten Bundestagspräsident Norbert Lammert und die Theologin Margot Käßmann von sich aus abgesagt, nachdem ihre Namen genannt worden waren.

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Wer könnte auf Gauck folgen?

Margot Käßmann

Laut Medienberichten wollte SPD-Chef Sigmar Gabriel Margot Käßmann als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten gewinnen. Er habe darüber auch schon mit Linkspartei und Grünen gesprochen. Doch dann meldete Käßmann sich selbst zu Wort und stellte klar: Sie will nicht Bundespräsidentin werden. Käßmann war bis 2010 EKD-Ratsvorsitzende. Von diesem Amt trat sie wegen einer Alkoholfahrt zurück. Aktuell ist sie EKD-Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum im kommenden Jahr. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Oktober 2016 um 05:23 Uhr.

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