CSU-Chef Seehofer mit CDU-Chefin Merkel und SPD-Chef Gabriel | Bildquelle: picture alliance / dpa

Spitzentreffen zur Gauck-Nachfolge Gabriel sagt Gipfel ab

Stand: 11.11.2016 10:40 Uhr

Bislang konnte sich die Koalition nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Gauck einigen. Bei einem Treffen heute wollten die Spitzen einen neuen Anlauf starten. Doch nun sagte SPD-Chef Gabriel den Gipfel aufgrund einer Erkrankung ab.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios ein für den Nachmittag angesetztes Treffen der Koalitionsspitzen zur Suche nach einer möglichen Nachfolge für den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck abgesagt. Grund sei eine Grippeerkrankung, hieß es aus der SPD. Das Dreiertreffen mit Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer soll am Sonntag nachgeholt werden.

Bei dem Gipfel wollen die Koalitionsspitzen klären, ob sie sich noch auf einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Staatsoberhaupts einigen können. Gelingt ihnen dies nicht, dürften SPD und Union jeweils einen eigenen Vorschlag machen. Für die SPD wird das aller Voraussicht nach Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sein, den Merkel und Seehofer bislang als gemeinsamen Kandidaten ablehnen. Nach einem Treffen am vergangenen Sonntag hatte es von allen drei Seiten geheißen, dass eine Einigung auf einen Konsenskandidaten noch möglich sei.

Kretschmann würde es sich "reiflich überlegen"

Einer, der nicht mit einer Anfrage für eine Kandidatur rechnet, ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. Sollte sie dennoch kommen, schließt er eine Kandidatur aber auch nicht grundsätzlich aus. "Wenn man mich dann ruft - der Ruf wird aber ziemlich sicher gar nicht kommen - dann muss ich mir das reiflich überlegen", sagte der Grünen-Politiker im SWR-Fernsehen.

Winfried Kretschmann
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird als möglicher Gauck-Nachfolger gehandelt

Er strebe "aber erstmal" das Bundespräsidentenamt nicht an, "ich bin gerne Ministerpräsident von Baden-Württemberg", so Kretschmann weiter. Er wird seit langem als möglicher Gauck-Nachfolger gehandelt. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt etwa hält Kretschmann für einen geeigneten Kandidaten: "Ich halte nichts von Namensspekulationen. Dass Winfried Kretschmann für das Amt des Bundespräsidenten geeignet wäre, liegt auf der Hand", sagte sie der "Passauer Neuen Presse". Auch von der Unionsseite ist der baden-württembergische Landeschef als Bundespräsidenten-Anwärter im Gespräch: Kanzlerin Angela Merkel soll bereits angeblich mit ihm darüber gesprochen haben.

Bundespräsidentenwahl: Kretschmann geeigneter Kandidat?
K. Pfeffer, SWR
11.11.2016 09:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. November 2016 um 11:00 und 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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