Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. | Bildquelle: dpa

Initiative von Familienministerin Schwesig Mehr "Bufdis" für Flüchtlingshilfe

Stand: 26.08.2015 17:32 Uhr

Angesichts der wachsenden Flüchtlingszahlen in Deutschland will Familienministerin Schwesig den Bundesfreiwilligendienst ausbauen. Schon bald könnten 5000 neue "Bufdi"-Stellen entstehen - auch weil die Union den Vorschlag unterstützt.

Familienministerin Manuela Schwesig möchte den Bundesfreiwilligendienst stärker für die Unterstützung von Flüchtlingen und Asylbewerbern nutzen. Sie sprach in Berlin von einem Sonderprogramm für zusätzlich 5000 Freiwillige. Als Kosten veranschlagte sie 21,5 Millionen Euro.

Die großen Herausforderungen bei der Flüchtlingshilfe seien ohne Ehrenamtliche nicht zu stemmen, sagte Schwesig in Berlin. "Mir ist es wichtig, dieses freiwillige Engagement zu stärken." Zuvor hatte bereits Innenminister Thomas de Maizière (CDU) gefordert, die Zahl der "Bufdis" zu erhöhen, um Flüchtlinge besser betreuen zu können.

Erstes Paket schon Ende September

Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten zudem von Plänen der Unionsfraktion, ab 2016 einen Sonderetat von jährlich 8,6 Millionen Euro bereitzustellen. Von dem Geld könnten mindestens 2000 neue Plätze für Freiwillige geschaffen werden, die dann in Flüchtlingsunterkünften oder in Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz bei der Arbeit mit Asylbewerbern helfen.

Das Projekt werde von Unionsfraktionschef Volker Kauder unterstützt und solle bereits in das Paket aufgenommen werden, das Ende September auf dem Flüchtlingsgipfel von Bund und Ländern geschnürt werde.

Unterstützung von Gabriel

Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel unterstützt den Vorstoß von Familienministerin Schwesig, wie er in Berlin sagte. Den Vorschlag von Thüringens SPD-Chef Andreas Bausewein zur Aussetzung der Schulpflicht für Kinder von Asylbewerbern lehnte er ab. Unterm Strich seien deutlich mehr als drei Milliarden Euro zur Bewältigung der Flüchtlingsfrage nötig, nehme man zusätzlich nötige Mittel etwa zur Qualifizierung von Flüchtlingen hinzu.

Seit dem Ende des Zivildienstes bietet der Bundesfreiwilligendienst Männern und Frauen jeden Alters die Möglichkeit, sich im sozialen Bereich zu engagieren. Zuletzt gab es bei der Zahl der "Bufdis" aber ein deutliches Minus. Nach Angaben des Familienministeriums traten im vergangenen Jahr 37.881 Menschen einen solchen Freiwilligen-Dienst an. 2013 waren es noch mehr als 50.000.

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