SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz bei einem Wahlkampfauftritt in Trier | Bildquelle: dpa

Wahlkampfauftritt in Trier Schulz poltert gegen Trump

Stand: 23.08.2017 04:52 Uhr

"Niederträchtig", "Konjunkturritter der Angst", "Verrohung der Sitten" - SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat bei einem Wahlkampfauftritt scharfe Kritik an US-Präsident Trump geübt. Außerdem werde er für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland sorgen, sollte er Kanzler werden.

Eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung will nach Worten von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz den Abzug der in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen erreichen. Dies sagte Schulz bei einer Wahlkundgebung in Trier. "Ich werde mich als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland dafür einsetzen, dass in Deutschland gelagerte Atomwaffen - und wenn sie in Rheinland-Pfalz gelagert sind, dann die in Rheinland Pfalz gelagerten Atomwaffen - abgezogen werden."

Nach unbestätigten Informationen lagern auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel noch aus der Zeit des Kalten Krieges bis zu 20 US-Atomwaffen.

"Konjunkturritter der Angst"

Donald Trump | Bildquelle: dpa
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Entschieden wandte sich Schulz gegen eine Politik der "Aufrüstung", wie sie Trump betreibe.

Kein gutes Haar ließ der SPD-Kanzlerkandidat an der Amtsführung Trumps, den er einer Politik "der Niedertracht" bezichtigte. Es gebe "Konjunkturritter der Angst, die aus jeder Verängstigung ihr Kapital schlagen", sagte Schulz: "Typen wie Donald Trump, Vertreter einer Politik, denen jede Niedertracht recht ist." Die "Herabwürdigung ganzer Bevölkerungsgruppen und die gezielte Erniedrigung einzelner Personen" sei Absicht, führte Schulz aus. Dies führe zu einer "Verrohung der Sitten in der Politik, wie wir sie noch nie hatten".

"Wir lehnen Aufrüstungsspirale ab"

Entschieden wandte sich Schulz gegen eine Politik der "Aufrüstung", wie sie Trump betreibe. Unter Verweis auf den Nordkorea-Konflikt sagte der SPD-Wahlkämpfer, eine von ihm geführte Bundesregierung werde eine "Rüstungsbegrenzungsinitiative" ergreifen. "Es kann nicht sein, dass die Bundesrepublik Deutschland kommentarlos und tatenlos zusieht, wie eine Aufrüstungsspirale, die von Trump gewollt ist, immer weiter sich entwickelt", sagte Schulz.

Das Geld solle stattdessen beispielsweise für Schulen, die Entwicklung des ländlichen Raumes und eine Verbesserung der Infrastruktur ausgegeben werden. Der Bundeskanzlerin Angela Merkel warf der SPD-Chef vor, sie wolle 30 Milliarden Euro zusätzlich für die Aufrüstung der Bundeswehr ausgeben, um wie von Trump gefordert das Nato-Ziel von Rüstungsausgaben in Höhe von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. August 2017 um 05:30, 06:00 und 06:30 Uhr.

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