Schwierige Koalitionsbildung Erfolg der AfD wird zum Fluch der Union

Stand: 24.09.2017 23:31 Uhr

Alles läuft auf eine Jamaika-Koalition hinaus - eine wenig realistische Option. Dem schwarz-gelb-grünen Projekt fehlt eine gemeinsame Grundmelodie. Und die SPD? Sie erweist dem Land einen großen Dienst, weil sie die AfD als stärkste Oppositionskraft verhindert.

Ein Kommentar von Thomas Baumann, ARD-Hauptstadtstudio

Die Kanzlerin steckt in der Klemme: Nachdem die SPD für ein Bündnis mit der Union nicht mehr zur Verfügung steht, hat Angela Merkel zum Weiterregieren nur eine Option: Jamaika.

Diese Option ist wenig realistisch. Der Erfolg der AfD wird nämlich zum Fluch für die Union: War es nun Merkels Kurs der Mitte, der die Lücke am rechten Rand erst aufgemacht hat? Das schlechte Ergebnis der CSU legt den Schluss nahe, dass auch eine konservativere Rhetorik nichts nützt. Dennoch werden Seehofer und Co. im beginnenden bayerischen Landtagswahlkampf auf eine harte, politisch eher rechte Linie setzen. Streit mit der Schwester CDU scheint damit programmiert.

Thomas Baumann, MDR, kommentiert die Bundestagswahl
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.09.2017

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Und hier liegt Merkels nächstes Problem: Seehofers erwartbar stramm konservativer Kurs wird die Koalitionsbildung in Berlin erschweren: Wie sollen sich CSU, CDU, FDP und Grüne einigen bei Konfliktthemen wie der Flüchtlingsobergrenze, der Inneren Sicherheit und der Zukunft fossiler Brennstoffe? Mir jedenfalls fehlt die Phantasie, welche Grundmelodie von diesem Bündnis ausgehen soll.

Sozialdemokraten erweisen dem Land einen großen Dienst

Für die so fürchterlich gebeutelte SPD ist der Gang in die Opposition richtig. Nur dort kann sie sich erneuern. Und dem Land erweisen die Sozialdemokraten ungewollt einen großen Dienst, wenn sie die AfD als stärkste Oppositionskraft verhindern. Deren Einzug in den Bundestag bedeutet eine Zäsur: Ihre Abgeordneten sind - je nach Charakter - als national-konservativ bis rechtsradikal zu beschreiben. Allein die AfD-Töne dieses Abends lassen einen bitteren Schluss zu: Jene, die sich selbst als Alternative für unser Land bezeichnen, wollen das Plenum des Bundestags nur als Bühne für Selbstdarstellung missbrauchen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. September 2017 um 22:30 Uhr.

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