Polizisten patrouillieren am Flughafen Charles de Gaulle | Bildquelle: dpa

Anschläge in Brüssel Sicherheitsmaßnahmen europaweit verschärft

Stand: 22.03.2016 19:06 Uhr

Nach den Anschlägen in Brüssel haben EU-Staaten ihre Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Deutschland verstärkt seine Kontrollen an der Grenze zu Belgien, Flughäfen setzen mehr Sicherheitspersonal ein. In Brüssel können sich die Menschen nach einer vorherigen Warnung wieder frei bewegen.

Nach den Terroranschlägen in Brüssel haben die Behörden europaweit die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft. In Deutschland wurden laut Bundespolizei die Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen sowie an der deutsch-belgischen Grenze verstärkt.

Frankreich setzt 1600 zusätzliche Beamte ein

In Frankreich und Großbritannien wurden die Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls umgehend ausgeweitet. Vor allem in Paris, wo bei islamistischen Anschlägen im November 130 Menschen getötet worden waren, wurde die Polizeipräsenz an Flughäfen, Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr noch einmal deutlich verstärkt. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte an, dass 1600 zusätzliche Beamte an die Grenzen sowie an Verkehrsknotenpunkte geschickt würden.

Seit den Pariser Anschlägen vom November, die überwiegend von Attentätern aus Belgien verübt worden waren, sind demnach bereits 5000 Polizisten an den französischen Grenzen im Einsatz.

Reaktionen in Paris auf die Anschläge
tagesschau 20:00 Uhr, 22.03.2016, Ellis Fröder, ARD Paris

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Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurden die Kontrollen an allen acht Terminals und an den beiden Bahnhöfen des Hauptstadtflughafens verstärkt, hieß es aus Flughafenkreisen. Laut Cazeneuve sollten nur noch Reisende mit Tickets und Ausweispapieren Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln erhalten.

In den Niederlanden, Dänemark, Spanien, Italien, Tschechien und Russland wurden ebenfalls die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen verschärft.

Krisenzentrum hebt Warnung auf

Die Anschläge führten zwischenzeitlich zur vollständigen Einstellung des Bahn-, Bus- und U-Bahn-Verkehrs in Brüssel. Flüge in die belgische Hauptstadt wurden vollständig ausgesetzt und Flugzeuge in andere Städte umgeleitet. Das Krisenzentrum des Landes riet allen Bürgern in Brüssel, zunächst zu Hause zubleiben.

Mittlerweile können sie sich wieder frei in der Stadt bewegen. Die entsprechende Warnung wurde aufgehoben. Auch der Zugverkehr soll nach und nach wieder aufgenommen werden.

Fernverkehr nach Brüssel eingestellt

Unterdessen ist auch der Fernverkehr von Deutschland in die belgische Hauptstadt unterbrochen. Die Deutsche Bahn stoppte alle Züge nach Brüssel bis einschließlich Mittwoch. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens täglich drei ICE-Verbindungen von Köln über Aachen nach Brüssel und zurück. Die Züge fahren demnach vorerst nur bis Aachen und kehren dort um. Die Tickets würden erstattet. Wann die Züge wieder planmäßig fahren sollen, ist noch unklar.

Auch der Verkehr mit den internationalen Thalys-Schnellzügen wurde in Belgien am späten Vormittag eingestellt. Züge, die bereits unterwegs waren, mussten umkehren. Für den Abend kündigte das Unternehmen wieder zwei Verbindungen zwischen Paris und Brüssel und wieder zurück an.

Auch alle Flüge von Deutschland nach Brüssel wurden eingestellt.

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