In den geöffneten Reaktordruckbehälter werden am 13.06.2010 im Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern Brennelemente eingesetzt.

Brennelementesteuer gekippt RWE zahlt Sonderdividende

Stand: 23.06.2017 16:10 Uhr

RWE will nach der Rückerstattung der Brennelementesteuer seinen Aktionären eine Sonderdividende zahlen. Die Stromkunden werden dagegen leer ausgehen - auch bei den anderen großen Energieversorgern.

Der Energiekonzern RWE beteiligt seine Aktionäre mit einer Sonderdividende am Sieg im Atomstreit mit der Bundesregierung. Der Versorger wolle für das Geschäftsjahr 2017 den Stamm- und Vorzugsaktionären eine Sonderauschüttung von einem Euro je Aktie zahlen, teilte RWE mit. Diese Summe komme zu der ohnehin geplanten Dividende von 50 Cent je Aktie hinzu.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am 7. Juni die von den Atomkonzernen RWE, E.ON und EnBW gezahlte Brennelementesteuer für verfassungswidrig erklärt und vom Bund die Rückerstattung verlangt.

Zwei Jahre ohne Dividenden

RWE erhält für die von 2011 bis Ende 2016 gezahlte Abgabe rund 1,7 Milliarden Euro zurück. "Wir wissen, dass wir unseren Anteilseignern mit der zweimaligen Aussetzung der Dividende für Stammaktien in den letzten beiden Jahren viel zugemutet haben", sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. "Dass wir nun einen Teil der Steuerrückerstattung auch an unsere Aktionäre ausschütten wollen, halten wir für fair und angemessen."

Die Sonderausschüttung belaufe sich auf 615 Millionen Euro. Mit dem überwiegenden Teil der Rückerstattung wolle der Konzern seine Bilanz stärken.

Noch keine Entscheidung bei E.ON

Der Konkurrent E.ON hat noch nicht über die genaue Verwendung der Rückzahlung entschieden. Die Steuer habe die Bilanz von 2011 bis Ende 2016 erheblich belastet. Mit der Rückerstattung solle diese nun gestärkt werden.

Stromkunden gehen leer aus

Die Stromkunden der drei Energieriesen können durch die Steuerrückzahlung nicht auf sinkende Preise hoffen. Die Steuer sei nicht auf die Kunden abgewälzt worden. Daher gebe es jetzt auch keinen Grund, deshalb die Strompreise zu senken, hatten die Versorger erklärt.

Über dieses Thema berichtete der WDR am 23. Juni 2017 um 18:45 Uhr.

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