Polizist nach der Todesfahrt auf dem Berliner Breitscheidplatz | Bildquelle: AP

Todesfahrt von Berlin Was bekannt ist und was nicht

Stand: 20.12.2016 10:59 Uhr

An der Todesfahrt auf dem Breitscheidplatz in der Berliner City West ist noch vieles rätselhaft. Andererseits gelten inzwischen einige Fakten als geklärt. Ein Überblick.

Klar ist:

> Gegen 20.00 Uhr fährt ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt. Der Fahrer legt eine Strecke von 50 bis 80 Metern zurück, überfährt dabei viele Menschen und zerstört mehrere Marktbuden. Die Polizei geht davon aus, dass dies mit Absicht geschah. Sie spricht von einem mutmaßlich terroristischen Anschlag.

> Ein Verdächtiger flüchtet und wird nahe der Siegessäule festgenommen.

> Auf dem Beifahrersitz wird ein toter Pole entdeckt, er starb laut Polizei vor Ort. Der Mann habe aber während der Todesfahrt nicht am Steuer gesessen.

> Der Lastwagen gehört einer polnischen Spedition. Der eigentliche Fahrer war laut Speditionseigentümer seit etwa 16.00 Uhr nicht mehr zu erreichen gewesen. Der Lkw habe Stahlgestelle aus Italien transportiert und heute in Berlin entladen werden sollen.

> Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen.

Unklar ist noch:

> Wer ist der Festgenommene? Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios ist er Pakistaner und wurde am 1.1.1993 geboren. Er ist demnach am 31.12.2015 in Passau nach Deutschland eingereist. Unter welchen Umständen er festgenommen wurde, hat die Polizei noch nicht mitgeteilt.

> Wer ist der Beifahrer? Der ursprüngliche Fahrer des Lkw war der Cousin des Speditionseigentümers. Dieser geht davon aus, dass ihm etwas angetan wurde. Ob er tatsächlich der Tote auf dem Beifahrersitz ist, ist ungewiss.

> Offiziell unklar sind auch die Todesumstände des Polen auf dem Beifahrersitz. Nach ARD-Informationen wurde er erschossen. Auch der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter sagt, unter den Toten auf dem Breitscheidplatz sei eine Person, die erschossen worden sei - vermutlich handele es sich um einen polnischen Kraftfahrer.

> Widersprüchliche Angaben gibt es dazu, was kurz vor der Todesfahrt mit dem Laster passierte. Während die Polizei Hinweisen nachgeht, dass das Fahrzeug bereits in Polen von einer Baustelle gestohlen wurde, sagte der Speditionschef, der Fahrer sei auf dem Weg von Italien nach Berlin gewesen. Er habe seit dem Nachmittag keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt. Eine Überprüfung der GPS-Daten habe ergeben, dass der Lkw am Nachmittag mehrmals gestartet wurde.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 19. Dezember 2016 um 23:54 Uhr.

Darstellung: