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Nach dem Brandanschlag auf die Bahnstrecke Berlin-Hamburg ist offenbar ein weiterer Anschlag am Berliner Hauptbahnhof verhindert worden. Nach Angaben der Bundespolizei entdeckte ein Bahnmitarbeiter bei zusätzlichen Sicherheitskontrollen gegen Mittag im nördlichen Ausgang des Bahnhofstunnels Brandsätze, die unter anderem flüssigen Brandbeschleuniger enthielten. Sie wurden inzwischen entschärft.
Der Tunnel wurde vorübergehend teilweise gesperrt. Fahrgäste im Fern- und Regionalverkehr müssen sich auf längere Wartezeiten und Umleitungen einstellen. Fernzüge werden über Stendal und Wittenberge umgeleitet, die Fahrzeiten verlängern sich nach Bahnangaben massiv. Mehrere Regionallinien waren unterbrochen. Der Hauptbahnhof selbst ist aber weiter geöffnet.
Zuvor hatten Unbekannte am Morgen einen Brandanschlag auf die Bahnstrecke Berlin-Hamburg verübt, wodurch der Zugverkehr erheblich gestört wurde. Die mutmaßlichen Täter hatten zwischen Brieselang und Finkenkrug Kabelschächte in Brand gesetzt und dadurch Signalkabel zerstört. Nach Angaben der Bundespolizei gibt es Parallelen zwischen beiden Anschlägen.
Zu dem Anschlag auf die Strecke Berlin-Hamburg bekannte sich eine linksextremistische Gruppierung mit dem Namen "Hekla-Empfangskomitee - Initiative für mehr gesellschaftliche Eruptionen". In dem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben hieß es, mit dem Brandanschlag werde gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan protestiert. "Sabotagehandlungen an mehreren Kabelschächten" mit Brandbeschleunigern und elektronischen Zeitgebern hätten Berlin in einen "Pausenmodus" versetzen sollen.
Die Fernverkehrszüge von Berlin in Richtung Hamburg und umgekehrt wurden über Stendal und Wittenberge umgeleitet. Auf den betroffenen Strecken kam es zu erheblichen Verspätungen.
Das LKA Brandenburg übernahm die Ermittlungen. Auch im Fall der Brandsätze am Berliner Hauptbahnhof sei wahrscheinlich von einem politisch motivierten Hintergrund auszugehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.
Die Bahn verurteilte die Attacken. Der Leiter der Konzernsicherheit, Gerd Neubeck, sagte: "Unsere Kunden sollen nach den Bekennerschreiben für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr herhalten". Das sei absolut verantwortungslos.
Bei einem Streckennetz von 34.000 Kilometern Länge sei eine flächendeckende Überwachung schlicht unmöglich, fügte Neubeck hinzu. Die Bahn sei bei der Bekämpfung extremistischer Gewalt auf die Ermittlungsbehörden angewiesen. Die Reparatur der Bahnstrecke nach Hamburg werde voraussichtlich bis morgen Vormittag dauern.
Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sagte der "Welt", er verurteile "diesen feigen Angriff" auf das Schärfste: "Das Leben unbeteiligter Pendler, Familien und Kinder zu gefährden ist keine Meinungsäußerung, sondern ein Anschlag auf unsere Gesellschaft." Die Verantwortlichen würden mit aller Härte verfolgt und zur Rechenschaft gezogen, sagte der Minister weiter.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, verurteilte die "sinnlose Sachbeschädigung" als "weder links noch antimilitaristisch".
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte eine stärkere Bekämpfung linksextremistischer Gewalttaten: Verfassungsschutz und Staatsschutz müssten mehr Personal bekommen, sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut. Gewaltbereite Linksextremisten würden immer aggressiver: "Auch der RAF-Terror hat mit der verharmlosenden sogenannten Gewalt gegen Sachen begonnen. Später wurden Menschen ermordet."
Erst im Mai hatten Linksextremisten einen Kabelbrand am Berliner S-Bahnhof Ostkreuz gelegt und für ein Verkehrschaos gesorgt. Auch in dem damaligen Bekennerschreiben spielte der Name "Hekla" nach Informationen des "Tagesspiegel" eine Rolle.
Als Reaktion auf den damaligen Anschlag hatte die Bahn eigenen Angaben zufolge die kritischen Infrastrukturschwerpunkte überprüft und geeignete Maßnahmen ergriffen.
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