Brand in Flüchtlingsunterkunft Hövelhof-Staumühle

Fünf Bewohner verdächtigt Festnahmen nach Brand in Flüchtlingsheim

Stand: 06.01.2017 16:59 Uhr

Nach dem Brand in einem Flüchtlingsheim in Hövelhof-Staumühle bei Paderborn sind am Freitagnachmittag (06.01.2017) Haftbefehle gegen drei Bewohner beantragt worden.

Den drei festgenommenen Bewohnern wird von der Staatsanwaltschaft Paderborn vorgeworfen, das Feuer am Donnerstag (05.01.2017) vorsätzlich in einer der Baracken gelegt zu haben. Die drei Asylbewerber aus Algerien sollen nach Auskunft der Polizei mit der Unterbringung unzufrieden gewesen sein. Zwei weitere zunächst Festgenommene wurden wegen mangelnden Tatverdachts wieder freigelassen.

Am Donnerstag gegen 15.30 Uhr war der Brand in einer der ehemaligen Militärbaracken in Hövelhof-Staumühle ausgebrochen. Das Gebäude ist nahezu komplett abgebrannt. Das Feuer griff anschließend noch auf eine weitere Unterkunft über. Die Rettungskräfte brachten 30 Menschen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser, wie eine Kreissprecherin sagte. Rund 25 von ihnen konnten die Klinik kurz darauf wieder verlassen.

Brand in Flüchtlingsunterkunft
Brand in Flüchtlingsunterkunft

Weitere 24 Menschen wurden demnach vor Ort behandelt, darunter auch zwei Feuerwehrleute. Sie erlitten leichte Schnitt- und Rückenverletzungen. Die Polizei sprach von 27 Menschen, die vor Ort betreut werden mussten. Rund 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Zaun vor den Baracken an der Flüchtlingsunterkunft Hövelhof-Staumühle mit Stacheldraht
galerie

Die Flüchtlingsunterkunft Hövelhof-Staumühle am Morgen nach dem Brand

Kein fremdenfeindlicher Hintergrund

Die Feuerwehr konnte die Flammen am Abend löschen. "Das Gebäude ist nahezu komplett abgebrannt", sagte ein Sprecher der Polizei Paderborn. Demnach gibt es keine Anhaltspunkte für einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Am Freitag begutachtete ein Sachverständiger die Brandruine. Eine zusätzliche Videoüberwachung des Geländes wird nun geprüft.

Insgesamt sind in Staumühle am Rande der Senne nach Angaben der Bezirksregierung Detmold 500 Flüchtlinge untergebracht - 400 von ihnen kommen aus Westbalkanstaaten. Ausgelegt ist die Unterkunft für insgesamt 900 Flüchtlinge.

Darstellung: