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Inland
Bombodrom
Bundeswehr verzichtet auf "Bombodrom"
Erklärung des Verteidigungsministers

Bundeswehr verzichtet auf "Bombodrom"

Nach jahrelangem Rechtsstreit verzichtet das Bundesverteidigungsministerium auf den Ausbau der brandenburgischen Kyritz-Ruppiner Heide zum größten Luft-Boden-Schießplatz der Bundeswehr in Deutschland. Verteidigungsminister Franz Josef Jung erklärte, er werde keine Revision gegen ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg einlegen.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) (Foto: REUTERS) [Bildunterschrift: Beugt sich dem Gerichtsurteil: Verteidigungsminister Jung ]
Das Gericht hatte Ende März Urteile der Vorinstanz bestätigt und entschieden, dass auf dem "Bombodrom" auch künftig keine Tiefflieger trainieren dürfen. Der Bundestag hatte sich am 2. Juli ebenfalls dagegen ausgesprochen. Die Abgeordneten folgten damit einem Antrag des Petitionsausschusses.

Seit 17 Jahren protestierten Bewohner gegen die militärische Nutzung des rund 14.000 Hektar großen Areals bei Wittstock im Norden Brandenburgs. Die Tourismusbranche befürchtete Einbußen.

Rote Armee übte Bombenabwürfe

Durch die militärische Nutzung des "Bombodroms" sollten zwei wesentlich kleinere Übungsgelände im niedersächsischen Nordhorn und im bayerischen Siegenburg entlastet werden. Bei Wittstock sollte nach den ursprünglichen Plänen eine rund 800 Mann starke Garnison entstehen.

Der Bürgermeister der Stadt Nordhorn verlangte allerdings umgehend auch die Schließung des Übungsplatzes "Nordhorn Range". Sowohl Jung als auch sein Amtsvorgänger Peter Struck hätten versprochen, das "Bombodrom" zur Entlastung der "Nordhorn Range" zu nutzen, so Nordhorns Bürgermeister Meinhard Hüsemann.

Das Wald- und Heidegebiet des "Bombodroms" hatte bereits die Sowjetarmee nach 1946 genutzt. Bis zu 25.000 Mal im Jahr übte sie dort Bombenabwürfe. Dabei verloren Flugzeuge auch schon mal zu früh ihre Last oder stürzten ab, so dass Häuser beschädigt wurden.

Stand: 09.07.2009 14:59 Uhr
 

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