Jan Böhmermann | Bildquelle: dpa

"Schmähkritik"-Gedicht Erdogan legt Berufung gegen Böhmermann-Urteil ein

Stand: 12.07.2017 15:56 Uhr

Im Streit um Böhmermanns "Schmähkritik" hat der Anwalt des türkischen Präsidenten Erdogan Berufung gegen das Urteil des Hamburger Landgerichts eingelegt. Das Gericht hatte nur bestimmte Teile des Gedichts verboten - Erdogan will es komplett verbieten lassen.

Mustafa Kaplan, der Kölner Anwalt, der den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vertritt, hat im Fall des "Schmähkritik"-Gedichts Berufung gegen das Urteil des Hamburger Landgerichts eingelegt. Dieses hatte der Klage Erdogans im Februar in Teilen stattgegeben. Der TV-Satiriker Jan Böhmermann darf demnach bestimmte Passagen seines Gedichts nicht mehr veröffentlichen.

Ein Absatz des Gedichts blieb aber weiterhin erlaubt - dagegen geht Erdogans Anwalt nun vor, wie ein Sprecher des Hamburger Landgerichts tagesschau.de bestätigte.

Zuvor hatte bereits Böhmermanns Anwalt Christian Schertz Berufung gegen die Entscheidung eingelegt. Das Hamburger Landgericht habe die Kunstfreiheit bei seinem Beschluss erneut "nicht hinreichend berücksichtigt", so Schertz. Der Fall liegt damit bereits beim Hanseatischen Oberlandesgericht.

Der türkische Präsident Erdogan | Bildquelle: dpa
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Präsident Erdogan will das "Schmähgedicht" komplett verbieten lassen.

Strafrechtliche Ermittlungen eingestellt

Der Moderator hatte die Verse am 31. März 2016 in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragen und darin das türkische Staatsoberhaupt mit Kinderpornografie und Sex mit Tieren in Verbindung gebracht.

Strafrechtliche Ermittlungen gegen Böhmermann wegen des Verdachts der Beleidigung stellte die Staatsanwaltschaft im Oktober ein. Für politische Kontroversen hatte zuvor gesorgt, dass die Bundesregierung die strafrechtlichen Ermittlungen genehmigt hatte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Februar 2017 um 10:00 Uhr und Inforadio am 12. Juli 2017 um 15:25 Uhr..

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