Das Siegel des Bundesnachrichtendienstes | Bildquelle: dpa

Festakt in Berlin BND feiert 60 Jahre Spionage

Stand: 28.11.2016 01:22 Uhr

60 Jahre Bundesnachrichtendienst: Auch wenn das Jubiläum heute mit einem Festakt in Berlin verspätet gefeiert wird, war die Zeit eher von Negativschlagzeilen geprägt. Heute scheint der BND wichtiger denn je zu sein.

Von Michael Götschenberg, ARD-Hauptstadtstudio

Eigentlich hätte man am 1. April feiern müssen, denn an diesem Tag im Jahre 1956 wurde der Bundesnachrichtendienst gegründet. Doch im April dieses Jahres war beim BND niemandem zum Feiern zumute: Nach dem NSA-Skandal hatte die Abhörpraxis des BND selbst monatelang für Schlagzeilen gesorgt. Schließlich wurde Ende April BND-Präsident Gerhard Schindler entlassen, und sein Nachfolger Bruno Kahl hatte zunächst andere Sorgen als das Organisieren einer Geburtstagsfeier.

Im Oktober schließlich präsentierte eine Historiker-Kommission ihre Erkenntnisse zur NS-Belastung des BND in der Anfangszeit. Der Dienst war 1956 aus der Geheim-Organisation Gehlen hervorgegangen, benannt nach Reinhard Gehlen, der im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht zuständig für die Spionage gegen die Sowjet-Armee gewesen war.

Wehrmachtsgeneral Reinhard Gehlen (1944)
galerie

Reinhard Gehlen in einer Aufnahme aus dem Jahr 1944.

Nach Ende des Krieges hatte Gehlen sich und kistenweise Material über die Sowjetunion den Amerikanern angeboten. Die Organisation Gehlen wurde in Pullach angesiedelt, auf dem Gelände einer ehemaligen NS-Siedlung. "So verschwand er und viele seiner Kameraden, auch aus der SS, die sich gegenseitig nachgezogen haben, hinter einem Paravent des Hochgeheimen", erklärt Klaus-Dietmar Henke, Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission, die die Geschichte der Ära Gehlen im Auftrag des BND aufgebarbeitet hat. "Man konnte dort, wie Gehlen selbst sagt, den Kampf gegen die Sowjetunion fortführen". Gehlen wurde schließlich erster Präsident des BND und blieb es bis 1968.

60 Jahre BND
tagesschau 14:00 Uhr, 28.11.2016, Kristin Schwietzer, ARD Berlin

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Immer mehr Aufgaben

Hauptaufgabe des Dienstes war in Zeiten des Kalten Krieges die Ost-Spionage gegen die Staaten des Warschauer Pakts - allen voran gegen die DDR. Im Wettbewerb mit der DDR-Staatssicherheit hatte der BND allerdings meist die schlechteren Karten.

Mit dem Ende der Sowjetunion und des Warschauer Pakts kamen andere Aufgaben für den BND hinzu: der Kampf gegen die Proliferation, die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität, den internationalen Drogenhandel, und schließlich die Balkan-Kriege in den 90er Jahren, verbunden mit einem wachsenden internationalen Engagement der Bundesrepublik.

Eine weitere Zäsur war schließlich der 11. September 2001. Der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus wurde zum zentralen Thema für den BND - und zwar nicht nur mit dem Ziel, Anschläge in Deutschland zu verhindern.

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Ausstellung in München: Spotlights auf den BND

Licht an im "Signal Intelligence"-Kontrollraum, außerhalb Pullachs an einem geheimen Standort

Der Fotograf Martin Schlüter hat kurz vor dem Umzug des BND Bilder in der Pullacher Zentrale gemacht. Misstrauisch sei er an den Auftrag herangegangen, sagt er im Interview mit tagesschau.de. Deshalb ließ er Vieles im Dunkeln. Das Interview entlang seiner Fotos führte Nea Matzen, tagesschau.de.

Schlafen die Spione wirklich nachts?


"Der Buch- und Ausstellungstitel ist etwas überspitzt und ironisch gemeint. Tatsächlich wird beim BND im Schichtbetrieb gearbeitet. Der Auslandsnachrichtendienst muss rund um die Uhr für die ausländischen Botschaften erreichbar sein."

Licht an im "Signal Intelligence"-Kontrollraum, außerhalb Pullachs an einem geheimen Standort

Zuständig auch für die Sicherheit im Ausland

Wie die Bundeswehr betrat auch der BND Neuland, als deutsche Soldatinnen und Soldaten an den Hindukusch entsandt wurden: Der Bundesnachrichtendienst wurde zuständig für die Sicherheit der Truppe im Ausland. 38 Anschläge auf deutsche Soldatinnen und Soldaten habe der BND in Afghanistan mit Hilfe seiner Quellen verhindert, rechnete der ehemalige BND-Präsident Gerhard Schindler Anfang des Jahres stolz vor.

Von den Erfolgen des BND erfährt die Öffentlichkeit allerdings in der Regel nichts, wenn der Dienst Schlagzeilen macht, dann meist mit Skandalgeschichten: Kaum eine Legislaturperiode des Bundestages vergeht ohne BND-Untersuchungsausschuss.

Wolfgang Krieger, Historiker, zur Aufarbeitung der BND-Geschichte
tagesschau24 10:00 Uhr, 28.11.2016

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BND wichtiger denn je

Auf dem Festakt im Umspannwerk Berlin-Kreuzberg, wo der BND heute Mittag gewürdigt werden soll, dürfte es der Bundeskanzlerin dennoch nicht schwer fallen zu erklären, warum Deutschland einen Auslandsnachrichtendienst braucht: der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der Krieg in Syrien, die Entwicklung in der Türkei, die weltweiten Migrationsströme, die internationale organisierte Kriminalität und - ganz oben auf der Liste - die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus - es gibt viel zu tun für Deutschlands Spione.

Nicht optimal aufgestellt

Dass die Hinweise auf Terrorverdächtige in Deutschland in den zurückliegenden Monaten ausschließlich von ausländischen Geheimdiensten kamen, zeigt, dass der BND nicht überall optimal aufgestellt ist. Immerhin: Beim Kampf gegen den internationalen Terrorismus arbeiten die Geheimdienste besser zusammen als gemeinhin unterstellt, was auch nötig ist, denn Terrorismus kennt keine Ländergrenzen.

Einen starken, gemeinsamen europäischen Geheimdienst wird es dennoch auf absehbare Zeit nicht geben, schon gar nicht anstelle der nationalen Nachrichtendienste - denn keine Regierung will den Zugriff auf ihren eigenen Geheimdienst aus der Hand geben.

Festakt: 60 Jahre Bundesnachrichtendienst
M. Götschenberg, ARD Berlin
27.11.2016 17:47 Uhr

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Über dieses Thema berichteten Deutschlandradio Kultur am 28. November 2016 um 05:22 Uhr, tagesschau24 um 10:00 Uhr und die tagesschau um 14:00 Uhr.

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