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In der Debatte um die geplanten Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung fordern erste Kassen mehr als acht Euro. Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) erhebt für ihre 40.000 Mitglieder rückwirkend zum Januar 2010 den höchstmöglichen Zusatzbeitrag von einem Prozent des Einkommens. Auch auf die 170.000 Versicherten der BKK für Heilberufe kommt der Höchstbetrag von einem Prozent des Bruttoeinkommens zu. Der Höchstbetrag liegt in diesem Fall wegen der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze bei 37,50 Euro.
Der Sprecher der BKK Heilberufe, Jürgen Körner, sagte, der Zusatzbeitrag sei vom Verwaltungsrat seiner Kasse bereits beschlossen worden. Er solle im April erstmalig für das gesamte erste Quartal und von da an monatlich eingezogen werden. Ähnlich äußerte sich GBK-Vorstandschef Helmut Wasserfuhr. "Wir machen die Ein-Prozent-Regelung, weil das sozial gerechter ist, als von allen Versicherten acht Euro pauschal zu nehmen - egal, ob Student oder Mitglied mit 400.000 Euro Nettoeinkommen."
[Bildunterschrift: Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen müssen mit Zusatzbeiträgen rechnen. ]
Zuvor hatte bereits die BKK Westfalen-Lippe einen Zusatzbeitrag von zwölf Euro ab dem 1. Februar angekündigt. Im Gespräch mit tagesschau.de begründet Vorstandschef Willi Tomberge den Schritt: "Zwölf Euro sind viel gerechter, denn damit berücksichtigen wir eine soziale Komponente." Nur Versicherte, die mehr als 1200 Euro im Monat verdienen, zahlten zwölf Euro. Wer weniger verdiene, zahle auch weniger. "Ein Student mit 500 Euro Einkommen muss sogar nur fünf Euro mehr zahlen", sagt Tomberge. "Damit haben wir einen Sozialfaktor." Kassen, die pauschal acht Euro mehr verlangen, würden dagegen alle Versicherten - ungeachtet des Einkommens - gleich belasten.
Zudem würden die acht Euro nicht ausreichen. "Wir brauchen mehr als acht Euro", stellt Tomberge klar. Schon die Verwaltungskosten für die Zusatzbeiträge beliefen sich auf bis zu zwei Euro pro Versicherten.
Bis zu zwölf Euro mehr - besteht da nicht die Gefahr, dass viele der 23.000 Mitglider der BKK Westfalen-Lippe zu anderen, günstigeren, Kassen wechseln? Vorstandschef Tomberge glaubt das nicht. "Wir spielen mit offenen Karten." Sofort nachdem der Verwaltungsrat grünes Licht für die Zusatzbeiträge gegeben habe, seien die Versicherten informiert worden. "Wir verstecken nichts und begründen genau, warum die zwölf Euro nötig sind", sagt Tomberge.
Ende Januar hatten mehrere gesetzliche Krankenkassen Zusatzbeiträge von jeweils acht Euro angekündigt, weil sie - nach eigenen Angaben - mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Während eine Pauschale von acht Euro ohne Einkommensprüfung erhoben werden kann, ist bei allen höheren Beträgen eine Prüfung notwendig. Zudem dürfen die Zusatzbeiträge ein Prozent des Bruttoeinkommens des Versicherten nicht übersteigen.
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