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Nach wochenlangem Ringen um Kompetenzen und Finanzen haben sich Bund und Länder beim Bildungsgipfel in Dresden auf eine Reihe von gemeinsamen Reformvorhaben für das deutsche Bildungssystem geeinigt. Hier die wichtigsten Beschlüsse im Überblick.
Investitionen: Die Ausgaben für die Bildung sollen steigen. Auf eine konkrete Finanzzusage konnten sich Bund und Länder aber nicht einigen. Der Konsens lautet bislang, dass die Investitionen in Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen - davon sieben Prozent für Bildung und drei Prozent für Forschung. Bund und Länder setzen eine Arbeitsgruppe ein, die bis Ende Oktober 2009 Vorschläge entwickelt, wie die Ausgaben verteilt werden. Außerdem verpflichten sich die Länder, das Geld, das aus dem Rückgang der Schülerzahlen frei wird, "insbesondere" für die Bildung zu nutzen.
Kleinkinder: Die Förderung von Kleinkindern wird gestärkt. Vereinbart ist, dass Bund, Länder und Kommunen bis 2013 schrittweise eine Betreuung für 35 Prozent der Unter-Dreijährigen aufbauen. Diesen Ausbau finanzieren die drei Seiten bis 2013 mit rund zwölf Milliarden Euro. Ab 2014 wird der Bund den Ländern jährlich mindestens 770 Millionen Euro als Zuschuss zu den Betriebskosten geben. Außerdem schaffen die Länder bis 2010 die Voraussetzungen für verbindliche Sprachtests vor der Einschulung. Ziel ist, dass jedes Kind zu Beginn der Grundschule Deutsch spricht und versteht. Die Sprachförderung für Kinder aus Migrantenfamilien soll verbessert werden.
Schule: Bund und Länder wollen die Zahl der Schulabbrecher bis 2015 im Bundesdurchschnitt von derzeit acht Prozent auf vier Prozent halbieren. Dabei soll unter anderem eine verstärkte individuelle Förderung von Schülern mit Lernproblemen helfen. "Kompetenzprofile" von einzelnen Schülern sollen etwa zeigen, wer zusätzliche Hilfe braucht, um den Abschluss zu schaffen.
Ausbildung: Auch die Zahl der Ausbildungsabbrecher soll im bundesweiten Durchschnitt von derzeit 17 Prozent auf 8,5 Prozent sinken. Dazu soll unter anderem die Berufsorientierung an Schulen ausgebaut werden.
Hochschule: Der Ausbau der Hochschulen geht weiter. Bei dem sogenannten Hochschulpakt verpflichteten sich Bund und Länder, bis 2010 insgesamt 91.000 zusätzliche Studienplätze zu schaffen. Dieser Pakt wird nun bis 2020 verlängert. Es sollen 275.000 zusätzliche Plätze an Hochschulen entstehen. Außerdem wird der Hochschulzugang für qualifizierte Absolventen einer Lehre leichter. Meister, Techniker, Fachwirte und ähnlich Qualifizierte sollen die Möglichkeit bekommen, künftig auch ohne Abitur uneingeschränkt ein Studium zu beginnen. Die Länder müssen dafür bis 2010 vergleichbare Möglichkeiten Regeln einführen.
Weiterbildung: Die Beteiligung an der Weiterbildung soll bis 2015 von 43 Prozent auf 50 Prozent der Erwerbstätigen steigen. Insbesondere Geringqualifizierte sollen davon profitieren.
Fachkräftemangel: Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, soll das Interesse an sogenannten MINT-Berufen (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) möglichst früh gestärkt werden.
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