Unterricht in der Anne-Frank-Schule in Bargteheide | Bildquelle: dpa

Studie der Bertelsmann Stiftung Soziale Herkunft prägt Schulerfolg

Stand: 24.06.2013 12:05 Uhr

Die Schulen in Deutschland haben einer Studie zufolge bei der Chancengerechtigkeit weiterhin großen Nachholbedarf. Noch immer werde der Schulerfolg eines Kindes wesentlich von der sozialen Herkunft und der Vorbildung seiner Eltern geprägt, heißt es in dem zweiten Chancenspiegel über die Leistungen und Schwächen der Schulsysteme in den 16 Bundesländern, den die Bertelsmann Stiftung in Berlin vorlegte.

"Chancengerechtigkeit im Schneckentempo"

Schüler im Unterricht
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Der Erfolg der Schüler ist oft von der sozialen Herkunft geprägt - noch immer.

Die Chancengerechtigkeit in der Bildung verbessere sich nur langsam, lautet das Fazit der Studie. Schon in der Grundschule sei die soziale Herkunft entscheidend für den Bildungserfolg. So bewege sich das Leseverständnis der Grundschüler auf nahezu demselben Niveau wie vor zehn Jahren. Kinder aus bildungsfernen Sozialschichten liegen der Studie zufolge bei der Lesekompetenz durchschnittlich ein Jahr hinter Kindern aus der Oberschicht.

"Insgesamt geht es mit der Chancengerechtigkeit eher im Schneckentempo voran", erläuterte der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

Weniger Schulabbrecher

Einen positiven Trend verzeichnet Deutschland bei den Schulabschlüssen: Der Anteil der Schulabbrecher sank von 6,9 auf 6,2 Prozent. Zugleich stieg der Anteil der Schulabgänger mit Hochschulreife auf ein Rekordhoch - mehr als jeder Zweite (51,1 Prozent) macht inzwischen Abitur. Die Länder unterscheiden sich hierbei stark: In Nordrhein-Westfalen erreichen 59,1 Prozent die Berechtigung zu studieren, in Sachsen-Anhalt nicht einmal 37 Prozent.

Große Unterschiede zwischen den Ländern

"Kein Land ist überall spitze oder überall Schlusslicht", sagte Schulforscher Wilfried Bos von der Technischen Universität Dortmund. "Die Bundesländer haben jeweils Stärken und Schwächen, alle haben Nachholbedarf."

Weitere Beispiele aus der Studie verdeutlichen das Ausmaß der Unterschiede: So ist in Mecklenburg-Vorpommern der Anteil der Schulabbrecher mit 13,3 Prozent fast dreimal so hoch wie im Saarland (4,8 Prozent). In Sachsen ist der Leistungsabstand zwischen Schülern oberer und unterer Sozialschichten nur etwa halb so groß wie in Bayern.

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