Schüler im Unterricht

Bildungsbericht von Bund und Ländern Mehr Abiturienten und Studenten in Deutschland

Stand: 09.10.2014 17:22 Uhr

Das Bildungsniveau in Deutschland ist weiter angestiegen. Dieses Fazit zieht der neue Bildungsbericht von Bund und Ländern, der in Berlin präsentiert wurde. Das Bildungsniveau sei unter anderem deshalb besser geworden, "weil Qualität und Umfang des Bildungs- und Betreuungssystems zugenommen haben", sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe.

Studenten im Hörsaal | Bildquelle: dpa
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In Deutschland studieren immer mehr junge Menschen.

Zentrale Ergebnisse des Papiers: Es gibt mehr Abiturienten und Studenten, gleichzeitig geht die Zahl der Schulabbrecher zurück. Zudem haben Jung-Akademiker auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen und auch die Lage auf dem Lehrstellenmarkt entspannt sich langsam. Schulreformen, "die die Flexibilität und Durchlässigkeit des Schulsystems im Hinblick auf höhere Schulabschlüsse verbessert haben", hätten zur positiven Entwicklung beigetragen, so Rabe.

Es gibt auch Bildungsverlierer

Gleichwohl gibt es dem Bericht zufolge unter den Jugendlichen immer noch einen harten Kern von bis zu 20 Prozent Bildungsverlierern: Sie können nicht richtig lesen oder Texte verstehen, brechen die Schule oder die Lehre ab und nehmen auch nicht an Weiterbildungen teil.

Während auf der einen Seite heute fast jeder zweite junge Mensch die Hochschulreife erwirbt, haben andererseits von den 20- bis 30-Jährigen in Deutschland 1,5 Millionen keinen Schul- oder Berufsabschluss. In der Altersgruppe der 30- bis 35-Jährigen ist demnach der Anteil der Ungelernten und Schulabbrecher erheblich größer als in der Altersgruppe der 60- bis 65-Jährigen, die jetzt langsam aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Weitere Anstrengungen bei der Kleinkindbetreuung erforderlich

Im Bereich der Kleinkindbetreuung und -bildung mahnen die von Bund und Ländern beauftragten Wissenschaftler weitere Anstrengungen an. Zwar sei die Bildungs- und Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren im vergangenen Jahr auf 25 Prozent gestiegen, nachdem sie 2006 nur bei elf Prozent gelegen habe. Bis zur Erreichung des politisch gesetzten Ziels, ein dem Rechtsanspruch ab 2013 Rechnung tragendes Platzangebot zu schaffen, seien insbesondere in Westdeutschland jedoch noch Anstrengungen erforderlich.

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