Erzieher mit Kindern in einer Kita | Bildquelle: dpa

Neue Familienministerin Giffey Gleiches Geld für Erzieher und Lehrer?

Stand: 25.03.2018 14:44 Uhr

Familienministerin Giffey will Erzieher finanziell besser stellen. In einem Interview forderte sie, das Gehalt deutlich anzuheben - auf das Niveau von Grundschul-Pädagogen. Die Frage bleibt: Wer soll das bezahlen?

Die Kindergärten und Kindertagesstätten sind finanziell zu schlecht ausgestattet, und es mangelt an Erziehern. Diese Klage ist notorisch, und so betonten die Parteien im Bundestagswahlkampf die Bedeutung der Erziehung. Der Koalitionsvertrag verspricht - etwas vage - "mehr Geld für Kitaausbau, Entlastung von Eltern bei den Gebühren bis hin zur Gebührenfreiheit" sowie die " Steigerung der Qualität in der Kinderbetreuung". Konkret geplant ist aber, bis 2021 3,5 Milliarden Euro mehr für Kitas und Kindertagespflege bereitzustellen.

Die neue Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat dem nun eine weitere Forderung hinzugefügt und Bund und Länder dazu aufgerufen, Erzieher besser zu bezahlen. Die Entlohnung sollte auf das Niveau von Grundschullehrern angehoben werden, schlug die SPD-Politikerin in der "Bild am Sonntag" vor.

Eine Erzieherin betrachtet mit Kindern Waschmaschinen | Bildquelle: dpa
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Erziehung erfordert Geduld - und mitvierte Fachkräfte

Gleiches Gehalt wie Pädagogen?

"Kitas sind Bildungseinrichtungen", sagte Giffey. Aus ihrer Sicht sollten Erzieherinnen und Erzieher "ähnlich wie Pädagogen, die etwa in der Grundschule arbeiten" bezahlt werden. Es gehe schließlich um Menschen, die in der Bildung arbeiteten "und die Basis für die Zukunft unserer Kinder und damit für die Zukunft der Bundesrepublik legen", argumentierte die Ministerin.

Der Zeitung zufolge verdient ein Erzieher im Schnitt 2600 Euro brutto. In dieser Größenordnung liegen bei Grundschullehrern die Netto-Einstiegsgehälter. Deren Bezahlung ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Ausbildung sollte vergütet werden

Giffey äußerte zudem die Erwartung, dass eine Ausbildungsvergütung für angehende Erzieherinnen und Erzieher dazu führen würde, dass sich mehr junge Menschen für diesen Beruf entscheiden. Bei der Frage, wer dies alles bezahlen solle, blieb die SPD-Politikerin allerdings vage: "Da sind alle gefragt, Bund und Länder", antwortete sie.

Bisher ist die herkömmliche dreijährige Vollzeit-Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher an Schulen gekoppelt, wo es keine Vergütung gibt. An manchen Fachschulen müssen die Auszubildenden sogar Geld mitbringen, weil Schulgeld fällig wird. Experten schätzen, dass allein eine Vergütung aller Auszubildenden etwa 1,5 Millionen Euro zusätzlich kostet.

Die neue Bundesfamilienministerin Franziska Giffey | Bildquelle: dpa
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Neu im Amt: Familienministerin Giffey

Die Bezahlung ist nur ein Aspekt

Giffey forderte weiter, auch die Qualität der Kitas müsse weiter verbessert werden. Dies gelte auch für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Die dafür vom Bund vorgesehenen zwei Milliarden Euro seien nur ein erster Schritt. "Im Moment verlieren wir noch viel zu viele Kinder", kritisierte sie mit Blick auf die Folgen schlechter Startbedingungen.

Die entscheidende Frage sei, wie man es schaffe, "dass möglichst alle Kinder - egal aus welchen Familienverhältnissen - in der Schule Erfolg haben, eine Ausbildung oder ein Studium beenden können".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. März 2018 um 15:00 Uhr.

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