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Die deutschen Arbeitgeber recherchieren bei ihrer Bewerberauswahl immer öfter auch im Internet. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Verbraucherministerium in Auftrag gegeben hat. Demnach suchen rund 28 Prozent der befragten Unternehmen im Netz nach Spuren ihrer Bewerber.
Je größer das Unternehmen ist, desto häufiger wird das Internet genutzt. Und immerhin 50 Prozent der Firmen gaben an, dass sie bereits bei der Vorauswahl online aktiv werden, also bevor sie die Stellensucher überhaupt einladen.
[Bildunterschrift: Facebook: zu viele Infos für jedermann? ]
Die Sorge, dass somit auch pikante private Bilder oder Informationen gefunden werden, ist durchaus begründet: Soziale Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ surfen immerhin 33 Prozent der potenziellen Arbeitgeber "gelegentlich" oder "selten" an, um sich über die Kandidaten schlau zu machen. Partybilder kommen bei fast der Hälfte der Betriebe negativ an. Dabei bewerten es aber immerhin 62 Prozent als positiv, wenn Bewerber im Internet über Hobbies oder ihr soziales Engagement berichten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sagt, dass ein Bewerber durch zusätzliche Informationen aus dem Internet interessanter werde. Wer sich im Internet negativ über seine bisherige Arbeit oder sein Arbeitsumfeld geäußert hat, könnte bei der Stellensuche ebenfalls durchs Raster fallen: 76 Prozent der Befragten gaben an, dass dies ihr Bild von einem Bewerber negativ beeinflusse.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner warnte die Bürger vor einem allzu freizügigen Umgang mit persönlichen Informationen im Internet: "Die unbekümmerte Preisgabe persönlicher Daten im Netz kann zum Stolperstein für die berufliche Karriere werden", sagte sie der "Berliner Zeitung". Die Verbraucher sollten mit ihren Daten besonders sorgfältig umgehen, mahnte die Ministerin. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sagte, wer Informationen über sich in Netz stelle, müsse damit rechnen, dass diese abgerufen werden. Nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Versicherungsvertreter oder Vermieter könnten Daten nutzen, sagte er dem Sender n-tv.
Sorgfalt lassen der Studie zufolge aber auch viele Firmen bei der Internet-Recherche walten: Immerhin nannten 36 Prozent der Betriebe als Grund, das Internet bislang nicht bei Personalentscheidungen eingesetzt zu haben, dass man schließlich nie wisse, wo die Informationen herkommen und wie zuverlässig sie sind.
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