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Nach Klage wegen Verbreitung von Gerüchten

Jauch weist Vorwürfe von Bettina Wulff zurück

TV-Moderator Günther Jauch hat sich gegen Vorwürfe verteidigt, Ende 2011 in seiner Talksendung Gerüchte über das angebliche Vorleben der ehemaligen First Lady Bettina Wulff verbreitet zu haben. Er wolle einen Anspruch auf Unterlassung aber anerkennen, um den Rechtsstreit zu beenden.

Bildcombo: Wulff, Jauch
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Er habe niemals eine falsche Tatsachenbehauptung über Bettina Wulff aufgestellt, meint Günther Jauch.

"Ich habe niemals über Frau Wulff eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern lediglich aus einem Artikel der 'Berliner Zeitung' zitiert", sagte Jauch in einer über seinen Anwalt Christian Schertz herausgegebenen Erklärung, die tagesschau.de vorliegt. "Wer daraus eine Herabsetzung von Frau Wulff konstruiert, liegt daneben", betonte er im Rückblick auf die Sendung am 18. Dezember vorigen Jahres. Er habe aber kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff.

Schertz erläuterte, er habe Wulffs Anwalt Gernot Lehr mitgeteilt, dass ein Anspruch auf Unterlassung aber anerkannt werde. "Ich habe, um die Sache zu beenden, Herrn Lehr geschrieben, dass wir den Anspruch anerkennen - ohne ein Fehlverhalten damit einzuräumen", sagte Schertz. Das Verfahren werde nun durch ein Anerkennungsurteil erledigt. Scherz erklärte weiter: "Zu einem Gerichtstermin wird es nicht kommen."

Medienrechtler Schwartmann zu den juristischen Hintergründen

08.09.2012 16:19 Uhr

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Klage gegen Autocomplete-Funktion

Zuvor hatte Bettina Wulff laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Klage beim Hamburger Landgericht gegen den Moderator und den Google-Konzern eingereicht. Hintergrund dieser Klagen sei die Verbreitung von Gerüchten und Anschuldigungen über ihr vermeintliches Vorleben.

Wulff habe außerdem eine eidesstaatliche Erklärung abgegeben, wonach Behauptungen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte oder als sogenannte Escort-Dame falsch seien.

Mit der Klage gegen Google wollen Wulffs Anwälte verhindern, dass bei Eingabe des Namens "Bettina Wulff" in der Suchzeile der Google-Webseite durch die sogenannte Autocomplete-Funktion Begriffe wie "Prostituierte" oder "Escort" auftauchen.

Screenshot: Google-Suche mit Autocomplete-Funktion
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Google-Suche mit Autocomplete-Funktion bei Eingabe des Begriffes "bettina wulff" (Screenshot)

Google weist Vorwürfe zurück

Google wies die Vorwürfe zurück. Der Konzern nehme keinen Einfluss auf die vorgeschlagenen Suchbegriffe, sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck in Berlin. "Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider."

Man sei mit Wulffs Anwälten schon länger im Gespräch über angezeigte Suchergebnisse gewesen - Google löscht auf Aufforderung Inhalte aus seinem Speicher, so dass diese nicht mehr angezeigt werden.

In den vergangenen Monaten haben laut "SZ" bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben. Mehrere Medienhäuser hätten Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe zahlen müssen.

Gerüchte mit langer Vorgeschichte

Die Klagen haben eine lange Vorgeschichte: Nach Recherchen der "SZ" sollen CDU-Kreise in Hannover seit 2006 das Gerücht gestreut haben, Bettina Wulff habe früher angeblich im Rotlichtmilieu gearbeitet. Bei Aufkommen des Gerüchts war Christian Wulff noch niedersächsischer Ministerpräsident. Als Wulff als Bundespräsident wegen des Verdachts der Vorteilsnahme in die Kritik geriet, wurden die Gerüchte über die vermeintliche Vergangenheit seiner zweiten Ehefrau wieder lanciert.

"Das Gerücht, das so lange waberte, war frei erfunden. Das war Rufmord", sagte Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung im Interview mit der ARD. Sämtliche Recherchen hätten ergeben, dass es sich um "eine bösartige Erfindung" gehandelt habe, um sie und Wulffs Mann zu treffen. Die Herkunft des Gerüchts und die Verbreitung lasse sich nachvollziehen, sagte Leyendecker. In diesem Zusammenhang spricht er von "Jagdgesellschaften, die immer unterwegs waren, um jemanden zur Strecke zu bringen". "Leute, die enttäuscht waren von ihm oder die es nicht richtig fanden, dass er mit der jungen Frau zusammen war, haben zunächst über sie gemunkelt, und dann ist es 2010 ins Internet gelangt und von dort hat es sich explosionsartig verbreitet." Schließlich sei das Gerücht auch im politischen Berlin angekommen.

Seit dem Rücktritt ihres Mannes vom Präsidentenamt gehe Bettina Wulff juristisch gegen die Verbreitung der Gerüchte vor. Es gebe 34 Unterlassungs-Verpflichtungserklärungen. In der Hauptsache gehe es ihr um ihre Reputation, sagt Leyendecker.

Wulff will aber auch publizistisch in die Offensive gehen. Noch im September soll ein Buch über ihr Leben erscheinen. Wulff sehe sich gezwungen, dadurch der "Zerstörung ihres Ansehens in der Öffentlichkeit entgegenzuwirken", zitiert die Zeitung ihr Umfeld.

Christian Wulff war im Februar nach nur 20-monatiger Amtszeit als Bundespräsident zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen möglicher Vorteilsnahme in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident eingeleitet hatte.

Stand: 08.09.2012 16:52 Uhr

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