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Die Berliner Rede von Bundespräsident Horst Köhler ist bei Politikern aller Parteien auf Zustimmung gestoßen. "Wir können die Forderungen des Bundespräsidenten nur unterstützen", sagte der Vorsitzende der Partei Die Linke, Oskar Lafontaine. Köhler stehe es von Amts wegen zu, die dringend notwendige Aufforderung an die Große Koalition zu richten, keine Schaukämpfe zu veranstalten, und soziale und volkswirtschaftliche Schäden durch deregulierte Finanzmärkte zu beklagen.
[Bildunterschrift: FDP-Chef Guido Westerwelle sieht Köhler nach seiner Rede als Meinungsführer im Kampf gegen die Krise. ]
FDP-Chef Guido Westerwelle bezeichnete die Worte des Bundespräsidenten als "Kompass für die deutsche Politik". Köhler habe mit seiner Rede "die Meinungsführerschaft" bei den Strategien zur Überwindung der Krise übernommen. Hinter dieser Rede könne sich "die übergroße Mehrheit der Deutschen versammeln".
Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, bewertete Köhlers Auftritt positiv. "Dass ein Bundespräsident eine Regierung auffordert zu regieren, hat etwas ganz Besonderes", sagte sie. Köhler habe das "Urlaubgesuch" der Regierung abgelehnt. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir nannte die Rede "sehr gut und überraschend".
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[Bildunterschrift: Gesine Schwan lobte die Rede ihres Konkurrenten bei der Bundespräsidentenwahl. ]
Köhlers Gegenkandidatin bei der Bundespräsidentenwahl im Mai, Gesine Schwan, begrüßte die Aussagen des Staatsoberhaupts. "Das ist eine Stellungnahme, auf die viele lange gewartet haben", sagte sie. Schwan kündigte an, "bald eine eigene Antwort auf die weltweite Krise, ihre Ursachen und mögliche Auswege daraus" zu geben. Klar sei, dass diese Krise nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine kulturelle Krise sei.
Auch Politiker der Großen Koalition, die Köhler an ihre Regierungsverantwortung bis zur Bundestagswahl im Herbst erinnert hatte, reagierten positiv auf die Rede. Kanzlerin Angela Merkel bezeichnete sie als "beeindruckend". Köhler habe beschrieben, dass Gemeinwohl und Zusammenhalt einen festen Platz in der Gesellschaft haben müssten, sagte sie und verteidigte zugleich die bisherige Arbeit der Großen Koalition gegen Kritik. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, Köhlers konstruktive und damit wertvolle Kritik kennzeichne seine Amtsführung. "Der Bundespräsident hat in einer eindrucksvollen Rede die Werte der sozialen Marktwirtschaft in den Vordergrund gerückt", so Pofalla.
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt erklärte, die Rede habe den Menschen wichtige Orientierung und Zuversicht gegeben. Das klare Eintreten Köhlers für eine "Wirtschaftsordnung aus Glaubwürdigkeit, Wertebindung und Verantwortung" sei "richtungsweisend für Deutschlands Weg aus der Krise".
SPD-Fraktionschef Peter Struck sprach von einer "beachtlichen Rede". Köhler habe die Ursachen und die Folgen der Krise genau beschrieben. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit lobte das Staatsoberhaupt. Köhler habe deutlich gemacht, dass er nicht für eine Partei stehe, sondern Präsident aller Deutschen sei, sagte der SPD-Politiker.
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