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Genau 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sind am Brandenburger Tor Steine einer symbolischen Mauer aus 1000 riesigen Dominosteinen umgestürzt. Zehntausende Menschen jubelten, als die ersten der 2,50 Meter hohen, bemalten Styroporsteine umfielen. Sie waren entlang des einstigen Verlaufs der Mauer zwischen Reichstag, Brandenburger Tor und Potsdamer Platz aufgestellt. Die ersten Steine der eineinhalb Kilometer langen Dominokette stießen der Mitbegründer der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc und frühere Staatspräsident Lech Walesa und der frühere ungarische Ministerpräsident Miklos Nemeth um. Damit wurde ihre Rolle bei der Maueröffnung gewürdigt.
Zuvor war Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs durch das Brandenburger Tor geschritten. Bundespräsident Horst Köhler hatte die Staatsgäste - unter anderem Russlands Präsident Dimitri Medwedjew, US-Außenministerin Hillary Clinton, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und den britischen Premierminister Gordon Brown - am frühen Abend in seinem Amtssitz im Schloss Bellevue empfangen. Er dankte allen Freunden und Partnern, die den Deutschen die Wiedervereinigung in Freiheit gebracht hätten: "Im Namen aller Deutschen sage ich Ihnen: Danke, diese Nation wird das nicht vergessen."
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Am Nachmittag stand ein anderer Ort in Berlin im Mittelpunkt der Feierlichkeiten: der frühere Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße. Dort ging Merkel mit dem ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow über die Bösebrücke am früheren Grenzübergang. Im dichten Gedränge wurde sie bei dem symbolischen Spaziergang auch von Walesa, Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und ehemaligen DDR-Bürgerrechtlern begleitet. Der Kontrollpunkt an der Bornholmer Straße hat eine besondere Bedeutung: Am Abend des 9. November 1989 war er der erste, über den die Menschen in den Westen stürmten.
Begonnen hatte der Gedenktag am Morgen mit einem Gottesdienst in der Gethsemanekirche am Prenzlauer Berg. Auch in diesem Gotteshaus hatten DDR-Bürger die friedliche Revolution vorangetrieben. Zum 20. Jahrestag versammelten sich dort Bundespräsident Köhler, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Mitglieder des Kabinetts und Kanzlerin Merkel zum Gedenken. "Heute wollen wir die Freiheit bewahren, die damals erkämpft wurde", sagte der evangelische Bischof Wolfgang Huber.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sagte: "Noch immer bewegen uns Dankbarkeit und das freudige Staunen über dieses Ereignis." Bürger in Ost und West müssten weiterhin gemeinsam Brücken zueinander bauen.
Merkel, die Staats- und Regierungschefs aus rund 30 Staaten zu den Jubiläumsfeiern erwartet, nannte den 9. November 1989 den "glücklichsten Tag der jüngeren deutschen Geschichte". Dennoch sei die Einheit noch nicht vollendet, sagte sie im ARD-Morgenmagazin und rief zu weiteren Bemühungen bei der Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West auf. Es gebe noch etliches zu tun, daher werde auch der Solidaritätszuschlag weiter benötigt.
Zehntausende Menschen aus der ganzen Welt waren bereits am Wochenende an die einstige Trennlinie zwischen Ost und West geströmt, um des Mauerfalls 1989 zu gedenken. Am 9. November hatte der SED-Funktionär Günter Schabowski fast beiläufig die Öffnung der Grenzen verkündet. Zahllose Ost-Berliner waren in den darauffolgenden Stunden und Tagen zur Mauer geströmt und hatten friedlich deren endgültige Öffnung erzwungen.
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