Bundeskanzlerin Angela Merkel am Ort des Anschlages in Berlin | Bildquelle: dpa

Merkel besucht Tatort Blumen und Kerzen für die Opfer

Stand: 20.12.2016 16:05 Uhr

Kanzlerin Merkel hat bei einem Besuch am Anschlagsort der Opfer gedacht. Gemeinsam mit Außenminister Steinmeier und Innenminister de Maizière legte sie weiße Rosen nieder. Die Tat heizt auch die Debatte um Zuwanderungspolitik erneut an.

Kanzlerin Angela Merkel hat bei einem Besuch am Tatort der Opfer des Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin gedacht. Nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche legte sie zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller weiße Rosen nieder.

Auf Schildern, die an einem Mast über Blumen und Kerzen hingen, stand "Das Herz Berlins getroffen" und "Warum?". Im Anschluss an eine Schweigeminute ließen sich Merkel und Steinmeier den Tatort zeigen und von Vertretern der Sicherheitskräfte über das Geschehen informieren. In der Kirche trug sich Merkel in ein ausliegendes Kondolenzbuch ein.

Merkel in der Kirche | Bildquelle: dpa
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In der Berliner Gedächtniskirche wurde ein Kondolenzbuch ausgelegt. Neben Bundeskanzlerin Merkel trugen sich darin Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller und andere Landespolitiker ein.

"Ein ganzes Land ist in Trauer vereint"

In einer Rede am Vormittag sagte die Bundeskanzlerin, der heutige Tag sei "ein sehr schwerer Tag". Wie Millionen Menschen sei sie entsetzt, erschüttert und tief traurig über die Geschehnisse. "Zwölf Menschen, die gestern noch unter uns waren, die sich auf Weihnachten freuten, die Pläne hatten, sind nicht mehr unter uns."

Merkel sprach auch direkt die Ermittlungsarbeit an. "Die Tat wird aufgeklärt werden und so hart bestraft, wie unsere Gesetze es verlangen." Sie betonte wie wichtig es sei, ein freies Leben weiterzuführen.

Bundespräsident Joachim Gauck sprach von einem "Angriff auf unsere Mitte, auf unsere Art zu leben." Gauck führte fort, "der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen." Die Bürger könnten darauf vertrauen, dass der Staat entschlossen handeln werde, um Sicherheit zu gewährleisten.

Brandenburger Tor angeleuchtet in den Farben Schwarz-Rot-Gold | Bildquelle: AFP
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Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags wird das Brandenburger Tor heute in den Farben der Nationalflagge Schwarz-Rot-Gold angestrahlt.

Rückkehr der Flüchtlingsdebatte

Der anfängliche Verdacht, ein Flüchtling aus Pakistan könne für die Tat verantwortlich sein, stieß die Debatte um die Flüchtlingspolitik in Deutschland erneut an. Merkels Widersacher in dieser Frage, CSU-Chef Horst Seehofer, forderte erneut einen Kurswechsel in der Zuwanderungspolitik. "Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu ausrichten", sagte er in München.

Mittlerweile äußerten die Ermittler Zweifel daran, dass der Festgenommene Pakistaner tatsächlich der Fahrer des Lkw war. Seehofer kündigte an, das bayerische Landeskabinett werde darüber auf einer Sondersitzung beraten. Alexander Gauland von der rechtspopulistischen AfD machte die Bundesregierung für den Anschlag verantwortlich. Die AfD habe auf die Gefahr, dass sich Terroristen hinter den unkontrolliert eingereisten Flüchtlingen verstecken könnten, hingewiesen.

Warnung vor Kriminalisierung von Bevölkerungsgruppen

Der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Heimbucher warnte unterdessen davor, ganze Bevölkerungsgruppen stellvertretend zu kriminalisieren.

"Diesen Versuch, eine bestimmte Gruppe von Mitmenschen als Sündenböcke aus der Gesellschaft auszustoßen, hatten wir in unserem Land schon einmal", sagte er. Christen müssten denen klar widersprechen, die den Anschlag politisch für sich nutzen wollten.

National und international wurden die Ereignisse von Berlin mit starkem Mitgefühl begleitet. Zahlreiche Politiker bekundeten ihr Beileid und ihre Solidarität.

Angela Merkel gibt Presseerklärung ab
tagesschau24 11:00 Uhr, 20.12.2016

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Dezember 2016 um 17:00 Uhr.

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