LKW-Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt | Bildquelle: dpa

Nach Berliner Anschlag Mutmaßlicher Kontaktmann Amris festgenommen

Stand: 28.12.2016 15:39 Uhr

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Attentäter von Berlin, Anis Amri, hat die Polizei einen Mann festgenommen. Er soll als Kontaktmann des Tunesiers fungiert haben, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Nach dem Anschlag in Berlin hat die Polizei einen Verdächtigen in der Hauptstadt festgenommen, der ein Kontaktmann des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri gewesen sein könnte. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, handele es sich um einen 40-jährigen Tunesier. Auch Amri stammte aus Tunesien.

Am Morgen seien sowohl die Wohn-, als auch die Geschäftsräume des in Berlin lebenden Verdächtigen durchsucht worden. Die Telefonnummer des Mannes hätten Ermittler in einem Handy entdeckt, das Amri gehört hatte. Es werde nun zudem geprüft, ob der Festgenommene in den Anschlag eingebunden gewesen sei, so die Staatsanwaltschaft weiter. Es werde geprüft, ob Haftbefehl gegen den Mann erlassen wird.

Anschlag in Berlin: Neues im Fall Anis Amri
tagesthemen 23:15 Uhr, 28.12.2016, Philipp Glitz, WDR

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Viele Nationalitäten unter Anschlagsopfern

Der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri war vor neun Tagen mit einem Lkw in einen Weihnachtsmarkt auf den Berliner Breitscheidplatz gefahren. Zwölf Menschen kamen bei dem Anschlag ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Sicherheitskreise stammen die Opfer - sowohl getötete als auch verletzte - aus etwa einem Dutzend verschiedener Länder. So sollen auch eine Italienerin, eine Israelin, ein Pole, ein Ukrainer und ein Besucher aus Tschechien getötet worden sein. Die Ausländer unter den Verletzten stammen demnach aus den USA, Israel, Spanien, Italien, Großbritannien, Ungarn, Finnland, Frankreich und aus dem Libanon.

Floh Amri über die Niederlande?

Nach dem Anschlag war der mutmaßliche Täter Amri geflohen. Über die Fluchtroute werden nach und nach immer mehr Details bekannt. Bislang gingen die Ermittler davon aus, dass Amri über Frankreich nach Italien entkommen sei. Nun gaben französische Ermittler bekannt, dass Amri vermutlich zunächst in die niederländische Stadt Nimwegen reiste, die nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen liegt. Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtet, wurde im Rucksack des mutmaßlichen Attentäters eine Sim-Karte gefunden, die in den Niederlanden gekauft wurde. Auch die niederländische Staatsanwaltschaft bestätigte, dass eine mögliche Route Amris über die Niederlande geprüft werde.

Von Nimwegen aus könnte Amri mit dem Fernbus ins französische Lyon gelangt sein, wie französische Fernsehsender berichteten. Auf dem Bahnhof der Stadt hatten Überwachungskameras den 24-Jährigen gefilmt. Auch in Turin hielten Kameras fest, wie Amri auf dem Bahnhof Porta Nuova unterwegs war. Das teilte die italienische Polizei per Twitter mit.

Polizia di Stato @poliziadistato
Nuova foto che ricostruisce gli spostamenti di #AnisAmri qui alla Stazione ferroviaria Porta Nuova di Torino il 22… https://t.co/dse8Rlk6qX

In der Nacht zu Freitag war Amri nahe Mailand in eine Polizeikontrolle geraten. Es kam zum Schusswechsel mit den Beamten, wobei der Tunesier getötet wurde. Seine Leiche soll sich immer noch in der Gerichtsmedizin in Mailand befinden, meldete die Nachrichtenagentur dpa. Die Obduktion sei noch nicht abgeschlossen.

Auch in Deutschland gehen die Ermittler möglichen weiteren Spuren nach. So gab Amri im Sommer bei der Entlassung nach seinem kurzen Aufenthalt in der JVA Ravensburg eine Wohnadresse in Karlsruhe an. Nun wird laut Justizministerium geprüft, ob er dort einen zweiten Wohnsitz hatte.

Lkw-Fahrer wird Freitag beigesetzt

Unterdessen soll der Lkw-Fahrer aus Polen, der bei dem Anschlag getötet wurde, am Freitag in seiner Heimat beigesetzt werden. Das kündigte sein Arbeitgeber auf Facebook an. Der Trauergottesdienst für den Familienvater solle im Ort Banie bei Stettin stattfinden, dort werde er auch beigesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2016 u.a. um 14:00 und um 15:00 Uhr.

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