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Belgien droht der Verlust einiger Quadratkilometer Staatsgebiet im Grenzbereich zu Deutschland. Das meldet die belgische Zeitung "Le Jours Verviers". Hintergrund ist der Abbau der stillgelegten Vennbahn im Osten Belgiens. Historisch bedingt gehört das Gelände der Bahntrasse, samt Bahnhöfen und Nebenstrecken, zu belgischem Hoheitsgebiet. Weil seit vergangenem Dezember die Gleise der Vennbahn auf deutschem Gebiet abgebaut werden, muss Belgien möglicherweise Flächen an Deutschland zurückgeben.
[Bildunterschrift: Bis 2001 fuhr die Vennbahn durch belgisches und deutsches Staatsgebiet. Seit Dezember werden die Gleise, wie hier bei Gut Reichenstein, abgebaut. ]
Die rechtliche Lage ist dabei weniger deutlich als die schwindende Existenz der stillgelegten Vennbahn. Laut belgischen Pressemeldungen wurden in Folgeverträgen des Versailler Vertrages von 1919 die Trasse und Bahnhöfe der Vennbahn dem Königreich Belgien zugesprochen. Bis 2001 verkehrte die Bahn im deutsch-belgischen Grenzgebiet, zum Teil auch auf deutschem Gebiet. Von der Grenzverschiebung wären wohl einige Quadratkilometer Land zwischen Roetgen und Kaltherherberg in Nordrhein-Westfalen betroffen.
Marcel Lejoly, belgischer Regierungskommissar im grenznahen Bezirk Eupen-Malmedy-Sankt Vith, hatte bereits auf "internationale Konsequenzen" hingewiesen, sollte die Vennbahn im Grenzbereich abgebaut werden. Laut "Le Jours Verviers" bereitet Lejoly derzeit einen Bericht an das belgische Außenministerium vor, der die Problematik erklärt. Sobald der Bericht vorliegt, will das belgische Außenministerium den Fall prüfen. Auch in Deutschland sind die bürokratischen Mühlen angelaufen. Zunächst wollen das Bundesverkehrsministerium und das Auswärtige Amt die Faktenlage prüfen. Bis dahin ist die Vennbahn wahrscheinlich bereits komplett verschwunden.
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