Der Grünen-Politiker Volker Beck | Bildquelle: dpa

Parteitag der NRW-Grünen Beck verliert sicheren Listenplatz

Stand: 03.12.2016 12:44 Uhr

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen haben Volker Beck abgestraft: Bei einer Kampfkandidatur um einen der aussichtsreichen Listenplätze für die Bundestagswahl unterlag er deutlich. Seine Chance, im Parlament zu bleiben, ist gering.

Der Grünen-Politiker Volker Beck hat schlechte Aussichten auf einen Wiedereinzug in den nächsten Bundestag. Bei einem Parteitag der nordrhein-westfälischen Grünen verlor der 55-jährige Bundestagsabgeordnete in Oberhausen eine Kampfkandidatur um einen der letzten aussichtsreichen Plätze.

Er unterlag dem agrarpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff. Ostendorff wurde mit 188 Stimmen auf Platz 12 der NRW-Kandidatenliste für die Bundestagswahl gewählt, Beck erhielt dagegen nur 66 Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2013 waren die ersten 13 Kandidaten der Landesliste ins Parlament eingezogen.

"Ich bin manchmal eine Nervensäge"

"Ihr wisst, ich bin manchmal eine Nervensäge, aber ich brenne für die Sache und ich gehe auch dahin, wo es weh tut", hatte Beck in seiner Kandidatenrede für sich geworben. "Ich möchte mit meiner Hartnäckigkeit und Ungeduld, aber auch mit meinen Fehlern um Euer Vertrauen bitten."

Doch die NRW-Grünen folgten diesem Aufruf nicht. Auf Facebook und Twitter gestand Beck seine Niederlage ein. Er bedankte sich bei allen, die ihm in den vergangenen Wochen "den Rücken gestärkt" hätten. "Das hat mir Mut gemacht zu kämpfen", schrieb Beck und kündigte an, sich weiter "für die Gleichheit der Verschiedenen und eine Politik des Respekts" einzusetzen.

Volker Beck @Volker_Beck
Liebe Freundinnen und Freunde, Ich danke allen Unterstützer*innen, die mir in den letzten Wochen den Rücken gestä… https://t.co/tGCmhpDZs3

Verfahren wegen Drogenbesitzes eingestellt

Beck gehört zum linken Flügel der Grünen und sitzt bereits seit 1994 im Bundestag. Er ist religions- und migrationspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Sein politisches Engagement begann in den frühen 1980er-Jahren in der Friedensbewegung. Als Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) war er bis 2004 das Gesicht der deutschen homosexuellen Bürgerrechtsbewegung.

Beck sorgte im vergangenen Frühjahr für Negativ-Schlagzeilen, als die Berliner Polizei Drogen bei ihm fand. Das Verfahren wurde wegen geringer Schuld gegen eine Zahlung von 7000 Euro eingestellt. Innenpolitischer Sprecher der Fraktion ist Beck seitdem aber nicht mehr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Dezember 2016 um 6:40 Uhr

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