Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident, hängt ein Kreuz im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei auf.  | Bildquelle: dpa

Streit ums Kruzifix CSU nennt Kritiker Religionsfeinde

Stand: 26.04.2018 15:41 Uhr

Im Streit um die Kreuz-Pläne der bayerischen Regierung holt die CSU zum Gegenschlag aus. Generalsekretär Blume warf den Kritikern vor, Religionsfeinde zu sein. Doch die Kritik hält an.

Die CSU hat Kritik an den Kruzifix-Plänen der bayerischen Landesregierung zurückgewiesen. "Wer ein Kreuz aufhängt, legt damit ein Bekenntnis ab und muss sich nicht rechtfertigen", sagte Generalsekretär Markus Blume dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Die Kritiker der neuen Regelung bezeichnete er als "unheilige Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern". Kritikern aus den Reihen der Grünen hatte er zuvor bereits eine verkehrte Weltsicht vorgeworfen. Er schrieb bei Facebook: "Aus der Multikulti-Ecke kommt kein hartes Wort gegen den neuen Antisemitismus, aber gegen christliche Symbole im Alltag wollen sie mit Vehemenz vorgehen."

Kritik auch aus der Kirche

Allerdings äußerten sich auch Vertreter von Kirchen und Gläubigen skeptisch bis ablehnend. Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose erklärte, das Kreuz tauge nicht "als verlängerter Arm einer Politik der Ausgrenzung oder des nationalistischen Egoismus" und dürfe nicht zu "bayerischer Folklore" herabgestuft werden.

Der Göttinger Kirchenrechtler Hans Michael Heinig sagte dem epd, verfassungswidrig sei die Entscheidung des bayerischen Kabinetts nicht. "Sie berührt aber die Verpflichtung des Staates zur religiös-weltanschaulichen Neutralität und stellt daher einen heiklen Grenzfall dar."

"Theologische Entleerung"

"Als junge Christinnen und Christen sind wir persönlich schockiert und betroffen", schrieben der Bund der Deutschen Katholischen Jugend Bayern und die Evangelische Jugend Bayern in einem gemeinsamen offenen Brief an die bayerische Staatsregierung. Das Ursymbol des Christentums werde instrumentalisiert und als Ausgrenzungssymbol missbraucht.

Das bayerische Kabinett hatte am Dienstag beschlossen, dass ab 1. Juni in allen staatlichen Behörden im Eingangsbereich ein Kreuz angebracht werden soll - als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte.

Über dieses Thema berichteten am 26. April 2018 MDR aktuell um 03:52 Uhr und B5 aktuell um 15:02 Uhr.

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