Eine Frau mit Kopftuch geht über den Flur der neuen Bearbeitungsstrecke für Asyl-Anträge in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Stern-Bucholz bei Schwerin  | Bildquelle: dpa

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Deutlich mehr Asylentscheidungen

Stand: 24.02.2016 16:43 Uhr

In Deutschland werden deutlich mehr Asylanträge bearbeitet. Im Januar traf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge täglich 2600 Asylentscheidungen. Finanzminister Schäuble forderte derweil, den Flüchtlingsandrang deutlich zu reduzieren.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Bearbeitung von Asylanträgen deutlich beschleunigt. Die Zahl der Entscheidungen der Behörde ist im Januar auf 2600 pro Tag gestiegen. Im ersten Halbjahr 2015 waren es noch 890 Entscheidungen täglich gewesen.

Laut der Behörde wurden seit Oktober 2015 zudem 130.000 Altfälle abgearbeitet. Als Altfälle gelten Anträge, die vor Oktober 2015 eingegangen sind. BAMF-Leiter Frank-Jürgen Weise hat sich vorgenommen, bis Jahresende sämtliche Altfälle zu erledigen. Ende Januar lag die Zahl der noch nicht bearbeiteten Anträge bei rund 372.000.

Schnellere Bearbeitung dank mehr Personal

Der Grund für die schnellere Bearbeitung der Asylanträge ist im wesentlichen mehr Personal. Waren es im vergangenen Oktober noch 370 Entscheider, stehen dem BAMF aktuell 860 Entscheider zur Verfügung. Dazu kommen 400 weitere Sonderentscheider. Das sind Mitarbeiter, die von anderen Behörden an das BAMF ausgeliehen wurden.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entscheidet über die Anträge von Asylsuchenden und ist damit Dreh- und Angelpunkt für die Entscheidung, ob Flüchtlinge schnell Integrationsangebote bekommen sollen oder das Land wieder verlassen müssen.

Schäuble warnt vor Bedeutungsverlust Europas

Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsandrangs forderte Finanzminister Wolfgang Schäuble eine drastische Reduzierung des Zuzugs. "Die Flüchtlingszahlen müssen dramatisch sinken, sonst schaffen wir das nicht mehr", sagte Schäuble in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa vor dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Shanghai.

Schäuble warnte vor einem Bedeutungsverlust Europas, falls der EU-Streit um die Flüchtlingspolitik nicht gelöst wird. "Wir müssen aufpassen, dass Europa weiter als relevant angesehen wird." Er werde auch im G20-Kreis für den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel werben. "Wir sind eine Regierung. Es gibt nur eine europäische Lösung."

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