Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.EinsExtra Aktuell
    09:00 - 20:00 Uhr
  • VideoLivestream.tagesschau 11:45 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 09:00 Uhr
Inhalt
Inland
Bahn
Zug-Klimaanlagen nur bis 32 Grad ausgelegt
Hitzepannen bei der Bahn

Klimaanlagen nur bis 32 Grad ausgelegt

Die Klimaanlagen in Fernzügen der Deutschen Bahn funktionieren offensichtlich ohne Probleme nur bis zu einer Außentemperatur von 32 Grad. Dies gehe aus Aussagen hervor, die die Bahn "in einer ersten Anhörung" gegenüber dem Eisenbahnbundesamt (EBA) gemacht habe, sagte ein Sprecher der Bonner Behörde. Danach seien die Klimaanlagen der Züge nur bis 32 Grad ausgelegt. Es sei aber noch nicht klar, was das genau bedeutet, so der Sprecher. Dies müsse das EBA in dem laufendem Verfahren herausfinden.

Der EBA-Sprecher bestätigte ein Schreiben des Behördenchefs Gerald Hörster an den Vorstand der Bahn. Darin habe er "noch einmal auf die Betreiberpflichten hingewiesen". Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hatte aus dem Schreiben vom Mittwoch zitiert. Danach sei bei höheren Temperaturen ein Abkühlen grundsätzlich nicht mehr gewährleistet.

Bundesamt bezieht sich auf Auskünfte des Bahnvorstands

Techniker bei der Wartung einer ICE-Klimaanlage (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Techniker bei der Wartung einer ICE-Klimaanlage: Machen die Anlagen bei 32 Grad schlapp? ]
Hörster warnte demnach vor einer Verletzung der gesetzlichen "Sicherheitsverpflichtung". "Die Vorfälle geben hinreichenden Anlass zu der Annahme, dass nicht gewährleistet werden konnte, dass die Risiken für die Fahrgäste auf ein verantwortbares und rechtlich zulässiges Maß beschränkt geblieben sind", zitierte ihn die Zeitung. Hörster rekapituliere in dem Brief Auskünfte des Bahnvorstands. Danach sei ein Abkühlen bei höheren Temperaturen als 32 Grad nicht gewährleistet, und durch unglückliche Umstände habe überdies die Luftzufuhr versagt.

Hermann: "Der Klimawandel lässt grüßen"

Der Grünen-Verkehrsexperte Winfried Hermann sagte dazu gegenüber tagesschau.de, die Bahn habe von diesem Umstand gewusst. "Als man in den frühen 90er-Jahren diese ICE-Züge konfigurierte, ist man nicht von solch hohen Temperaturen ausgegangen, wie wir sie mittlerweile im Sommer immer häufiger haben. Der Klimawandel lässt da grüßen." Die Bahn habe sich stets darauf berufen, dass die 32-Grad-Marke in den 90er-Jahren allgemein bei Klimaanlagen Standard gewesen sei. Daher habe man bei der Sanierung der ICE-2-Flotten auch nicht an die Klimaanlagen gedacht. "Erst nach den jüngsten Zwischenfällen werden nun die Klimaanlagen ausgetauscht und verbessert", so Hermann weiter.

Wieder zwei Fernzüge geräumt

Unterdessen bestätigte die Bahn erneute Hitzeprobleme bei zwei Fernzügen. Nach Angaben eines Sprechers wurde am Mittwoch ein Intercity auf der Strecke Berlin-Amsterdam wegen einer defekten Klimaanlage gestoppt. Die Reisenden mussten demnach in andere Züge umsteigen. Zudem sei ein ICE zwischen München und Lübeck wegen Hitzeproblemen geräumt worden. Seit Samstag fielen dem Bahn-Sprecher zufolge in insgesamt 41 Fernzügen die Klimaanlagen aus. Die Bahn hatte zunächst von bedauerlichen Einzelfällen gesprochen, nachdem in mehreren Zügen die Klimaanlagen ausgefallen waren und Passagiere bei Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius zusammenbrachen.

SPD will Bundestag einschalten

Die SPD will nun den Bundestag in die Untersuchung der Hitzepannen bei der Bahn einschalten. "Wir wollen wissen, ob die Bahn zulasten der Sicherheit gespart hat, welchen Zusammenhang es zu den Hitzeproblemen gibt und wer dafür die Verantwortung trägt", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Florian Pronold der "Bild". Es brauche deshalb jetzt "eine umfassende parlamentarische Untersuchung", bei der auch die Rolle des Bundes als Eigentümer geklärt werden müsse. Die SPD werde deshalb "eine Untersuchung der Vorkommnisse im Verkehrsausschuss" beantragen. "Deutsche Bahn und Bundesregierung müssen gewährleisten, dass sich Derartiges nicht wiederholt", erklärte Pronold.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zugführer

Gestern hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen einen Zugchef aufgenommen. Der Verdacht laute auf fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart. Derzeit werde geprüft, ob der Mann den Zug früher hätte anhalten müssen, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war. Mehrere Schüler waren im ICE des betroffenen Zugchefs am Samstag bei Bielefeld in einem überhitzten Waggon zusammengebrochen. Neun Jugendliche mussten im Krankenhaus versorgt werden.

Stand: 15.07.2010 15:15 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW