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Der Deutsche Ethikrat hat sich für eine Abschaffung der Babyklappen und der bisherigen Angebote zur anonymen Geburt ausgesprochen. Solche Angebote zur anonymen Kindsabgabe seien besonders deshalb ethisch und rechtlich problematisch, weil sie das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft und auf Beziehung zu seinen Eltern verletzten, so der Ethikrat.
Die bisherigen Erfahrungen legten zudem nahe, dass Frauen, bei denen die Gefahr bestehe, dass sie ihr Neugeborenes töten oder aussetzten, von diesen Angeboten nicht erreicht würden. Der Ethikrat schätzt, dass seit Einführung der Angebote zur anonymen Kindsabgabe mehr als 500 Kinder zu Findelkindern mit dauerhaft anonymer Herkunft wurden. In mehr als 50 deutschen Städten gibt es Babyklappen.
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Der Ethikrat empfiehlt, stattdessen die Informationen über die Hilfsangebote für Schwangere und Mütter in Not- und Konfliktlagen zu verstärken und das Vertrauen in diese Angebote zu verbessern. Auch sei dafür zu sorgen, dass die Hilfsangebote wie die einer Mutter-Kind-Einrichtung oder einer Pflegestelle für das Kind zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erreichen seien. Dazu müssten zum Beispiel Fachkräfte per Telefon und Internet 24 Stunden am Tag für Beratungen bereit stehen. Auch müsse bekannt gemacht werden, dass die Hilfen in Not- und Konfliktsituationen vertraulich wahrgenommen werden können. Darüber hinaus schlägt der Ethikrat ein "Gesetz zur vertraulichen Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung" vor.
[Bildunterschrift: EKD-Vorsitzende Käßmann stellt sich gegen die Empfehlung des Ethikrates. ]
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) hat die vom Ethikrat geforderte Abschaffung von Babyklappen scharf kritisiert. Babykörbchen und die anonyme Geburt seien ein Element in einem größeren Netzwerk von Hilfsangeboten. Die Erfahrung zeige, dass beim Wegfall dieser Möglichkeiten, ein Kreis nicht erreichbarer Hilfebedürftiger verbliebe, so Käßmann.
[Bildunterschrift: Auch der enue ZdK-Präsident Glück ist für die Beibehaltung der Babyklappen. ]
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat sich ebenfalls gegen eine Einstellung der Angebote zur betreuten anonymen Geburt ausgesprochen. "Sie helfen, das Leben von Kindern zu retten, bieten Frauen einen sicheren Rahmen und einen geschützten Raum für die Entbindung. In vielen Fällen tragen sie dazu bei, dass die Mütter sich nach der Geburt für ein Leben mit ihrem Kind entscheide", erklärte ZdK-Präsident Alois Glück in Bonn. "Auf diese Möglichkeiten können wir um der Frauen und ihrer Kinder willen nicht verzichten."
Eine Minderheit von sechs Mitgliedern des Ethikrates sprach sich in einem Sondervotum gegen eine Abschaffung der Angebote zur anonymen Kindesabgabe aus. Sie argumentierten, dass Babyklappen und anonyme Geburt ein letzter Ausweg für jenen kleinen Kreis von Eltern und Frauen sein könnten, die den Weg zu den Beratungsstellen nicht fänden.
Dem Ethikrat gehören derzeit 26 Mitglieder an, unter anderem Wissenschaftler und Juristen. Sie verfolgen im Auftrag von Bundestag oder Bundesregierung gesellschaftliche, rechtliche und naturwissenschaftliche Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft.
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