Alexander Gerst | Bildquelle: WDR

Gersts zweite Mission Der nächste Schritt auf dem Weg zum Mond

Stand: 22.11.2016 21:01 Uhr

Zwei Jahre ist es her, dass Alexander Gerst Millionen Menschen zu Raumfahrtfans machte. Nun bereitet der Astronaut seine zweite Mission ins All vor. Als erster Deutscher wird er die Rolle des Kommandanten übernehmen. Doch er hat noch einen anderen Traum.

Von Antraud Cordes-Strehle, WDR

Alexander Gerst | Bildquelle: WDR
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Zum ersten Mal wird mit Alexander Gerst ein Deutscher Kommandant einer ISS-Mission.

Auf den Blick aus dem Fenster freue ich er sich am meisten, sagt Alexander Gerst. So faszinierend sei es, von der Raumstation aus auf den blauen Planeten Erde zu schauen. Seit einem halben Jahr trainiert er nun schon für seine zweite Mission auf der ISS. Er hat Trainingseinheiten in Russland und den USA hinter sich. "Wir haben 12-Stunden-Arbeitstage, aber das Training ist für mich diesmal entspannter", erklärt Gerst. Denn er wisse nun besser, worauf es ankomme. Dementsprechend könne er auch seine Vorbereitungen besser fokussieren.

Enormes Trainingspensum

Was Gerst alles lernen muss, für seinen zweiten Besuch auf der ISS ist enorm, denn er wird diesmal nicht nur Bordingenieur sein, sondern die Hälfte seines Aufenthalts auch Kommandant. Zum ersten Mal wird einem deutschen Astronauten diese Aufgabe zuteil. In diese Rolle muss der gelernte Geophysiker hineinwachsen, aber ganz neu ist die Leitung eines Teams für ihn nicht: "Ich habe bei der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA schon Teams geführt und auch als Wissenschaftler, zum Beispiel bei der Erkundung von Vulkanen. Auch da gab es brenzlige Situationen, die zu meistern waren." Die Chefrolle in der Raumstation sei vor allem vielfältig, meint Alexander Gerst. Man müsse das Team im Auge behalten, Aufgaben so verteilen, dass alle ausgelastet, aber niemand überlastet sei.

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Astronaut Alexander Gerst: Vorbereitung auf den Außeneinsatz im All (07.10.2014)

Alexander Gerst auf der ISS

Deutschlands Mann im All, Alexander Gerst, soll am 07. Oktober erstmals zu Außenarbeiten die Raumstation ISS verlassen. Der stundenlange Einsatz im freien Kosmos gilt als extrem anstrengend - und ist alles andere als ein "Weltraumspaziergang". Eine gute Vorbereitung ist daher notwendig. Alexander Gerst schreibt bei Twitter zu diesem Foto: "Sollte passen: Kühlunterwäsche für meinen Raumanzug"

Im Training werden außerdem immer wieder Situationen simuliert, in denen das Leben der Crew gefährdet ist und die schnelle Entscheidungen benötigen: ein Feuer in einem Modul der Raumstation, ein plötzlicher Druckverlust. "Wie man richtig reagiert, das muss man nachts um 4 Uhr beim Aufwachen sofort wissen. In einem Notfall kann man dann auch nicht diskutieren - der Kommandant muss dann das Sagen haben", sagt Gerst.

Einparken per Joystick

Und noch eine neue Aufgabe kommt auf den Astronauten zu: Er wird beim Flug zur Raumstation ISS in der Sojus-Rakete links vom Piloten sitzen und somit Co-Pilot sein. Das Erlernen des Flugprogramms war bisher ein Schwerpunkt seines Trainings. Schließlich muss der 40-Jährige, wenn die Automatik und der Pilot ausfallen, in der Lage sein, alleine und von Hand zu fliegen. "Da gehört dann tatsächlich dazu, dass man mit zwei Joysticks das Raumschiff an der Raumstation von Hand einparkt", erklärt Gerst. Oder, dass er tatsächlich mit 28.000 Kilometer pro Stunde in die Erdatmosphäre eindringt und das Raumschiff per Hand durch die Atmosphäre steuert - bis zum Landeort hin mit einer Präzision von wenigen Hundert Metern.

Alexander Gerst vor seiner nächsten Mission im All
WDR aktuell, 22.11.2016, Antraud-Cordes-Strehle, WDR

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Bisher laufe das Training sehr gut, erzählt er weiter. Es mache Spaß, an die Grenzen zu gehen. Wie stark darf das Raumschiff taumeln, damit das Anlegen an die ISS noch klappt? Da müsse man Routine entwickeln.

Faszinierende Ausblicke

Anderthalb Jahre bis zum geplanten Start zur ISS sollten dafür reichen. Es könnte womöglich aber schon früher losgehen, denn alle Crewmitglieder müssen im Notfall auch schon sechs Monate vorher für einen Astronautenkollegen einspringen können.

Auf was er bei seiner zweiten Mission ganz genau achten und was er in den Blick nehmen will, weiß Gerst schon jetzt ganz genau: "Ich bin immer gefragt worden, ob man die chinesische Mauer von oben sehen kann. Beim letzten Mal war sie immer unter Wolken versteckt. Beim nächsten Mal schaue ich nochmal genauer, ob ich sie entdecken kann."

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Alexander Gerst träumt von einer Mondmission.

Und er will beim Starten und Landen ganz genau hinhören. Wie laut oder leise es war bei seinem ersten Flug ins All, das wisse er nämlich gar nicht. "Das war wie beim ersten Mal Auto fahren: Man ist total überlastet, weil man so viele Eindrücke pro Sekunde verarbeiten muss."

Name für die Mission gesucht

Gesucht wird derzeit noch der Name für die neue Mission. Während "Blue Dot" 2014 das Augenmerk auf den Planeten Erde richten sollte, möchte Gerst nun die Bedeutung der Raumstation hervorheben: "Sie ist ein Schritt auf dem Weg zum Leben auf dem Mond oder dem Mars. Zum ersten Mal leben in der Station Menschen außerhalb der Erde. Ein Wahnsinnsschritt in der Evolution. Das ist wie damals, als die Fische an Land gingen." Da liegt es auf der Hand, wovon der Geophysiker schon jetzt träumt: Bei einer Mondmission dabei zu sein - das wäre was!

Über dieses Thema berichtete Brisant am 22. November 2016 um 18:00 Uhr.

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